Bad Bodenteicher Christdemokraten erarbeiten Nutzungskonzept / Opposition kritisiert Vorschläge

Schützenhaus: CDU prescht vor

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Nicht nur Probleme mit dem Dach: Das Schützenhaus in Bad Bodenteich kann nur saniert werden, wenn eine anschließende Nutzung gewährleistet ist, die für schwarze Zahlen in der Kasse sorgt.

Bad Bodenteich. Der Name ist das erste, was geändert werden soll: „Es ist für die Allgemeinheit, nicht nur für die Schützen“, sagt Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar (CDU). Die Rede ist vom Schützenhaus.

Es soll künftig „Haus des Gastes“ genannt werden, so wie es schon einmal war. Damals war allerdings der Landkreis Uelzen als Kur GmbH mit 54 Prozent beteiligt, der Flecken Bad Bodenteich mit 46. Inzwischen gehört das Gebäude der Gemeinde Bad Bodenteich und ist sanierungsbedürftig.

Der neue Name soll auch dazu dienen, die ersehnte Förderung zu bekommen. Staßar: „Wir wollen das Haus wieder zum Leben erwecken.“

Einen weiteren Anteil für eine mögliche Förderung über das Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“, das für fusionierte Kommunen gedacht ist, macht das Nutzungskonzept aus. Es sollte eigentlich in einem Arbeitskreis erstellt werden, doch nun prescht die CDU-Fraktion vor: In der nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses der Gemeinde legt sie ihr ausgearbeitetes Papier vor. Außerdem beantragt die Fraktion um ihren Fraktionssprecher Karl-Hans Firsching die kurzfristige Wiederinbetriebnahme des „Haus des Gastes“. „Wir möchten, dass das Gebäude wieder geöffnet wird. Und wir wollen vom Landkreis Uelzen begründet wissen, ob das Haus geöffnet werden darf oder nicht“, fordert Firsching. Wenn man Gründe wisse, könne man möglicherweise reagieren.

Das Ziel des Nutzungskonzepts fassen Staßar und Firsching kurz zusammen: „Das Gebäude soll verpachtet werden.“ Auf acht Seiten blicken sie vor allem zurück und beschreiben den aktuellen Zustand des Schützenhauses.

Immer wieder betonen sie das „Alleinstellungsmerkmal“ des Gebäudes, allein schon bedingt durch seine Größe. „Das Nutzungskonzept zeigt auf, welche Möglichkeiten das Haus hat und wie ein möglicher Betreiber es nutzen kann“, sagt Firsching. Wird es verpachtet, dann soll das Schützenfest vertraglich gewährleistet werden. Bei einem möglichen Verkauf hingegen läge es in der Hand eines neuen Besitzers.

Drei Möglichkeiten sieht das Nutzungskonzept der CDU vor: die Verpachtung zu einem marktüblichen Preis, den Betrieb durch einen Gastronom oder die Gründung einer Betriebsgesellschaft.

„Es darf vor allem nicht verrotten“, betonen Staßar und Firsching. Doch sie wissen auch, dass es sicher schwierig wird, einen Betreiber zu finden. Bis die Suche beginnen kann, muss die Kommunalaufsicht des Landkreises und das Innenministerium das Nutzungskonzept akzeptieren. „Wenn es abgelehnt wird, dann muss uns aufgezeigt werden, was fehlt“, so Firsching.

Auf Kritik stößt das Nutzungskonzept bereits bei der Opposition: Dr. Horst-Michael Hintze, Gruppensprecher der SPD/Dr. Hintze/Grünen-Gruppe: „Ich glaube nicht, dass dieses Nutzungskonzept den Namen verdient.“ Ihm fehlen vor allem Fakten wie Gewinne, Kosten und Umsatz. Eine Wiederinbetriebnahme scheitert in Hintzes Augen bereits an den dafür notwendigen Kosten in Höhe von 90 000 Euro für die Notreperaturen.

Von Jörn Nolting

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