Schützenhaus in Bad Bodenteich: Gilde will Beiträge erhöhen, um Festzelt bezahlen zu können

Kauf und Betrieb sind keine Option

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Die Schützengilde will Anfang des nächsten Jahres erneut einen Antrag auf Sondernutzung stellen. Scheitert sie, dann muss wie schon in diesem Jahr das Schützenfest in einem Zelt gefeiert werden.

Bad Bodenteich. Die Bodenteicher Gilde kennt keine Aufnahmebedingungen, Gebühren und Beiträge – so ist es in der Historie der Gilde nachzulesen. Doch laut Thomas Ziemer, zweiter Vorsitzender der Schützen, stimmt das nicht so ganz.

„Die Uniformierten zahlen einen Beitrag“, erläutert der Bad Bodenteicher. Die Höhe will er allerdings nicht verraten. Aber: Geplant ist eine moderate Erhöhung für die 250 Mitglieder. Schließlich müssen die 5000 Euro für das Festzelt für das Schützenfest nach einer Premiere in diesem Jahr aller Voraussicht nach erneut aus der Kasse des Vereins gezahlt werden. Alle anderen Einwohner können sich finanziell freiwillig beteiligen. Mit einem Klingelbeutel ziehen die Schützen von Haus zu Haus und sammeln Spenden – das so genannte Stellengeld. Einen Zuschuss der Gemeinde kann die Gilde nicht erwarten. Der wurde aus finanziellen Gründen schon in diesem Jahr nicht gewährt. Deshalb haben die Schützen einen Ausschuss gebildet, der sich mit den Finanzen befassen soll.

Doch trotz der angekündigten Beitragserhöhung steht für die Schützengilde der Kauf und Betrieb des sanierungsbedürftigen und deshalb geschlossenen Schützenhauses nicht zur Debatte. Anders als in Ebstorf oder Kallenbrock. Dort haben die Schützen ihr Schützenhaus erworben. Für Ziemer trägt das Haus eigentlich eh einen falschen Namen: „Wir brauchen es nur fünf Tage im Jahr.“ Und: Die Gilde ist ein gemeinnütziger Verein. Mit dem Vereinsvermögen kann man laut Ziemer „nicht mal den Öltank halb voll machen“. Außerdem werde ein Hausmeister und ein Pächter benötigt.

Nichtsdestotrotz braucht die Gemeinde dringend ein Nutzungskonzept für das Haus. Und das soll möglichst in diesem Jahr fertig sein. Deshalb hat ein Arbeitskreis seine Arbeit aufgenommen. Die erste Sitzung im September hatte laut Ziemer den Charakter einer konstituierenden Sitzung. „Eigentlich müssen wir jeden Monat tagen“, sagt der Schützenchef. Doch er fühlt sich von Gemeindedirektor Alexander Kahlert ausgebremst. „Die Zeit rennt uns davon“, befürchtet Ziemer und verlangt Akteneinsicht bei der Gemeindeverwaltung. Was den nächsten Termin für die Arbeitskreissitzung angeht, so ist der Termin für Ende November angesetzt. „Der Betrieb des Schützenhauses ist eine freiwillige Leistung“, betont Kahlert, der übrigens laut Statuten der Gilde von Amtswegen her eigentlich sogar Mitglied des Vorstands ist – gefragt wurde er allerdings nicht, ob er der Gilde beitreten will. Anhand der Kassenlage des Fleckens geht Kahlert davon aus, dass selbst bei einer Bewilligung der Fördermittel die Gemeinde nicht in der Lage sein wird, das Haus zu sanieren. Schließlich bleibe immer noch ein Eigenanteil von 100 000 bis 150 000 Euro. „Wir können es uns nicht leisten“, unterstreicht Kahlert und legt Skepsis an den Tag. Kein Wunder, denn schließlich wurde mit dem Betrieb des Hauses ein jährliches Defizit von rund 30 000 Euro erwirtschaftet. Doch Ziemer lässt sich nicht beirren. Er will Anfang 2014 erneut einen Antrag auf Sondernutzung für das Schützenfest stellen.

Von Jörn Nolting

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