Ausrichtung des Fests ist 2019 in Gefahr

Schützengilde am Scheideweg: Vorstand in Bad Bodenteich hat große Nachwuchssorgen

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2017 wurde Peter Brause als neuer Schützenkönig der Bodenteicher Gilde von Bürgermeister Edgar Staßar (links) mit dem Siegerpokal geehrt. Jetzt übernimmt Brause das Amt des Schießstandwartes – doch für mehrere Offiziersämter und weitere Posten fehlen Nachfolger.

Bad Bodenteich. Die Hoffnungen der Schützengilde Bodenteich, ihr Fest nach mehrjähriger Pause wieder im örtlichen Schützenhaus feiern zu können, haben sich nicht erfüllt.

Holger Köhnecke

„Die Arbeiten sind dort noch in vollem Gange, sodass das Schützenfest abermals im Festzelt stattfinden wird“, teilt Gildeoberst Holger Köh-necke mit. Gefeiert wird vom 19. bis zum 22. Mai, diesmal aber auf einer Wiese zwischen Waldbad und Schützenhaus. Wie berichtet, scheidet der alte Standort auf dem Schützenplatz wegen der Geräuschbelastungen beim Kommers im vorigen Jahr aus.

Der Beschluss, wieder ein Schützenfest zu feiern, stieß in der jüngsten Gildeversammlung auf lauten Jubel. Trotzdem ziehen am Horizont der Schützen dunkle Wolken auf. Denn die Bodenteicher Gilde leidet unter Nachwuchsmangel. Sollte sich die Situation nicht verbessern, droht für 2019 möglicherweise die Absage des Schützenfests. „Es kann niemandem entgangen sein, dass sich die Gilde in einem Abwärtstrend befindet“, sagt Köhnecke ohne Umschweife.

Besonders hart trifft es die Schützen, dass Oberschaffer Thomas Schlechter sein Amt aus persönlichen Gründen abgegeben hat. Bei ihm liefen seit mehreren Jahren die Fäden für die Organisation der Schützenfeste zusammen. „Wir haben uns um einen Nachfolger bemüht, waren aber nicht erfolgreich“, berichtet Köhnecke. „Daher sind diese Aufgaben zunächst auf alle Offiziere verteilt worden.“

Doch auch bei den übrigen Posten hat die Gilde große Schwierigkeiten, diese neu zu besetzen. So werden in den kommenden zwei Jahren vier Offiziere, die die Altersgrenze von 55 Jahren erreichen werden, aus ihren Ämtern scheiden. Auch das Betreuerteam des Kinderschützenfests sei „dramatisch reduziert und sucht Verstärkung“, schildert der Gildeoberst. Überdies hat der langjährige Schießstandwart Harald Kufner seinen Rückzug angekündigt. Und so richtet Köhnecke mahnende Worte an seine Gildekollegen: „Das Schützenfest 2019 ist nicht gesichert.“

Allerdings gibt es einen Silberstreif am Horizont: Die aktuelle Majestät Peter Brause kündigte jetzt an, den Posten des Schießstandwartes zu übernehmen. Nun gehe es darum, weitere und vor allem jüngere Amtsträger zu finden, betont Köhnecke. „Ich hoffe, dass ein Ruck durch die Gilde geht und sich Leute einbringen.“ Das Ziel sei, die Aufgaben auf mehr Schultern zu verteilen, um die Gilde zukunftsfähig zu machen.

Köhnecke, der seit 2003 Gildeoberst ist, möchte mittelfristig selbst etwas kürzen treten. „Ich bin jetzt 53 und würde gerne langsam meinen Abschied einläuten“, erklärt er. Einen Nachfolger für ihn zu finden, dürfte aber besonders schwer werden, glaubt er.

Doch selbst wenn das Schützenfest im kommenden Jahr ausfallen oder im Ablauf verkürzt werden sollte, wäre das nicht das Ende der Schützengilde, stellt Köhnecke klar. „Es kann in den darauffolgenden Jahren ja wieder besser aussehen.“ Die Bodenteicher Gilde habe eine lange Tradition, die mindestens bis ins Jahr 1802 zurückreiche. „Wir können und werden das nicht leichtfertig hergeben“, zeigt sich Köhnecke kämpferisch.

Von Bernd Schossadowski

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