Bad Bodenteicher Gilde feiert Traditionsfest im Zelt

Schützen trotzen verschlossener Tür

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Die Gemeinde Bad Bodenteich möchte das sanierungsbedürftige Schützenhaus renovieren. Die Gesamtkosten betragen 950 000 Euro.

Bad Bodenteich. Der Frust scheint dem Optimismus gewichen. Noch vor wenigen Wochen war bei den Bad Bodenteicher Schützen an Feiern kaum zu denken.

Nicht nur das politische Tauziehen um die Zukunft des nicht ausgelasteten und sanierungsbedürftigen Schützenhauses kratzte an den Nerven der Gilde. Anfang Mai habe Gemeindedirektor Alexander Kahlert den Schützen mitgeteilt, dass sie dieses Jahr mit ihrem Traditionsfest umziehen müssen, sagt Thomas Ziemer, Zweiter Vorsitzender der Schützen. Die Türen des Schützenhauses bleiben geschlossen. Die Gemeinde habe die Verantwortung für eine Nutzung des Saales nicht übernehmen können, bedauert Ziemer. Mitte April hatte er beim Landkreis einen Sonderantrag auf Nutzung des Schützenhauses gestellt. „Da hatten wir noch Hoffnung. “ Anfang Mai sei dann die ernüchternde Nachricht gekommen. Der Kommunale-Schadensausgleich stimmte dem Antrag nicht zu. Damit verfehlte die Gilde die erforderlichen Auflagen für eine entsprechende Nutzung.

Thomas Ziemer

Knapp 600 Quadratmeter misst das Partyzelt auf dem Schützenplatz, in dem am Pfingstwochenende, 18. bis 24. Mai, Schützen und Einwohner gemeinsam miteinander feiern wollen. Nicht der Ort des Festes sei entscheidend, sondern der Zusammenhalt, betont Ziemer. Getreu dem selbstgewählten Motto „Jetzt erst recht“ wollen die Schützen alle mit ins Boot holen. Auch Nichtmitglieder der Gilde sollen sich ermutigt fühlen, mitzufeiern, sagt der zweite Vorsitzende. „Wir feiern mit dem ganzen Ort.“ Der Zukunft des Schützenhauses sieht Ziemer zuversichtlich entgegen. Er zeigt sich optimistisch, dass die benötigten Fördermittel genehmigt werden. Die Gemeinde plant, das Gebäude zu sanieren. Anfang April fiel die – wenn auch knappe – Entscheidung des Rates, das Haus zu erhalten (die AZ berichtete). Es sei ein „reines Politikum gewesen“, das nun ein Ende gefunden habe, sagt Ziemer. Zugleich gibt er zu bedenken, dass eine künftige Vermarktung durch einen entsprechenden Veranstaltungsmanager unverzichtbar sei, um das Haus auszulasten. Ein Veranstaltungsgebäude dieser Größe sei im Landkreis einmalig, sagt der Schütze. „So ein Haus darf nicht leer stehen.“ Von möglichen Versäumnissen seitens Politik und Gemeinde distanziere er sich. Vielmehr sei es dem gesellschaftlichen Wandel geschuldet, dass das für 700 Gäste ausgelegte Schützenhaus in den vergangenen Jahren an Glanz verloren hat.

Von Melanie Jepsen

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