Zwei große Bauvorhaben in Lüder: Neue Auetal-Schule feiert Richtfest, Paritätischer erstellt Tagestreff

Schüler und Senioren als Nachbarn

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Freuen sich über das Richtfest der Neuen Auetal-Schule in Lüder (von links): Simone Haase, Madushani Monard, Carola Gräflich und Marcel Monard.

Lüder. Zwei große Bauvorhaben im Abstand von nur wenigen Metern, das gibt es nicht überall. In Lüder ist das aber der Fall. Dort errichtet der Verein Kult-Ur-Dorf derzeit die Neue Auetal-Schule, während der Paritätische Uelzen das Gebäude der Ex-Grundschule zum Tagestreff für Senioren umbaut.

Für erstgenanntes Projekt war gestern ein wichtiger Tag, denn es wurde Richtfest gefeiert. „Das ist eine bedeutende Baumaßnahme, denn wir sind die erste und einzige Montessori-Grundschule im Kreis Uelzen“, sagte Architekt Marcel Monard, zweiter Vorsitzender des Trägervereins, bei der Begrüßung der Gäste.

Zudem habe die Landesschulbehörde in dieser Woche das Projekt schriftlich bewilligt. Darauf hatte der Verein lange gewartet. „Wir sind alle sehr froh darüber“, erklärte Monards Ehefrau Carola Gräflich.

Der Vize-Vorsitzende dankte allen am Bau beteiligten Handwerkern und den Unterstützern der Schule, vor allem aber seiner Tochter Madushani Monard. Diese leiste einen „Fulltime-Job“ bei dem Projekt und habe das pädagogische Konzept der neuen privaten Grundschule erarbeitet.

Das Gebäude in Holzrahmenbauweise soll im Herbst bezugsfertig sein. Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich auf rund 700 000 Euro und werden zum Teil aus Zuschüssen finanziert.

Auch direkt neben der Neuen Auetal-Schule hat sich einiges getan. Der Umbau des früheren Grundschulgebäudes in eine Senioren-Tagespflege mit 18 Plätzen und einen Raum für Selbsthilfegruppen läuft auf Hochtouren. „Geplant ist, dass wir im November den Betrieb aufnehmen“, sagt Stefan Müller-Teusler, Geschäftsführer des Paritätischen Uelzen. Die Kosten für den Umbau betragen etwa 900 000 Euro, davon können maximal 60 Prozent der Arbeiten, die den historischen Bau betreffen, mit EU-Mitteln gefördert werden.

Im Gebäude wird unter anderem ein Gemeinschaftsbereich – es handelt sich um zwei ehemalige Klassenräume – offen und ohne Zwischenwände gestaltet. Dabei wird die Küche fließend in den Essbereich übergehen. „Damit haben wir in unserer Tagespflege an der Veerßer Straße in Uelzen gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Müller-Teusler. An einer Seite wird der Raum noch um einen gläsernen Wintergarten erweitert.

Insgesamt werden beim Umbau alte und neue Bausubstanz kombiniert. „Die Holzbalken werden weitgehend erhalten und auch sichtbar sein“, schildert Müller-Teusler. Außerdem wurden die Gauben nach historischem Vorbild wieder hergestellt. Sie waren bei einem früheren Umbau entfernt worden. „Von den Gauben bin ich begeistert, sie sind ganz toll geworden“, lobt Müller-Teusler die Arbeit der Zimmerleute.

Überraschungen im Gebäude haben die Handwerker beim Umbau nicht entdeckt, wohl aber auf dem Außengelände. „Dort haben wir eine alte Sickergrube gefunden, von der niemand etwas wusste und die auf keinen Zeichnungen ersichtlich war“, erzählt Müller-Teusler und schmunzelt. „Ein 16 Tonnen schwerer Bagger hat darauf gestanden. Es ist aber nichts passiert.“

Von Bernd Schossadowski

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