Landtagskandidat der Grünen zu Gast in Bad Bodenteich

Scholing besichtigt Problemzonen

+
Am Bauzaun: Dr. Birgit Janßen (links) und Heiner Scholing (zweiter von links).

Bad Bodenteich. Wer vor drei Jahren durch Bad Bodenteich fuhr, sah am Straßenrand noch viele ältere Häuser aus Backstein. Doch das über Jahrzehnte gewachsene Gesicht des Fleckens wandelt sich.

Zu diesem Wandel gehört der Verlust einiger bis dahin ortsprägenden Anblicke: Das Gasthaus „Zur Alten Post“ mit den Kastanien vor dem Eingang, die Gärtnerei oder der traditionsträchtige „Niedersachsenhof“ im Ortszentrum. Abgerissen hinterließen sie zunächst klaffende Baulücken, die jetzt durch „genormte“ moderne Wohngebäude geschlossen wurden beziehungsweise noch werden.

Besonders der „Schnitt“ durch die Häuserzeile in der Neustädter Straße mit dem ehemaligen „Niedersachsenhof“ macht vielen Bodenteichern zu schaffen. Auf dem riesigen Baustellen-Areal wird sich der Discounter „Netto“ mit dazugehörigen Parkplätzen ansiedeln. Der substanzielle Verlust der alten Gebäude hat die Ratsfrau und einzige Grünen-Vertreterin im Bodenteicher Gemeinderat, Dr. Birgit Janßen, veranlasst, einen Grünen-Mitstreiter einzuladen: Zusammen mit dem Direktkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Uelzen für die kommende Landtagswahl, Heiner Scholing aus Hohnstorf, und interessierten Bürgern unternahm sie einen Rundgang durch den Kurort.

Mit den baulichen Zuständen und dem Wegzug von Einwohnern würden auch die dörfliche Gemeinschaft und der Zusammenhalt verloren gehen, informierten die teilnehmenden Bad Bodenteicher den vielleicht zukünftigen Landtagsabgeordneten. „Die holt man auch nicht mit dem Bau von weiteren Supermärkten zurück“, meinte Ratsfrau Dr. Janßen und traf auf Zustimmung aus der Runde, die zudem einen Bedarf an weiteren Discountern in Frage stellte.

Weiterhin wurde kritisiert, dass ein schöner Waldweg durch den Fleckenort im Knick und entlang der Aue als Verbindung zwischen dem Seepark und den Seewiesen nun plötzlich am Bauzaun seine Idylle verliere. Bis zu diesem Weg beanspruche der Investor nämlich den Platz. Die Bäume und Büsche sind schon weg. Eine Lichtung ist entstanden.

Ein weiterer „neuralgischer Anlaufpunkt“ war das Schützenhaus, bei dem die möglichen Konzeptionen einer Sanierung Gesprächsthema war. Außerdem ging es zum geschlossenen Bahnhofsgebäude. „Für mit der Bahn reisende Kurgäste oder ältere Menschen eine Zumutung“, findet Dr. Janßen. Es fände sich kein Auskunftspersonal und mit den aufgestellten Fahrgast-Automaten käme kaum jemand auf Anhieb zurecht. Das gut vierstündige Treffen endete mit einer Gesprächsrunde im „Blauen Haus“ und der abschließenden Erkenntnis, dass Bad Bodenteich vielleicht auch in der Landespolitik nicht ganz vergessen wird.

Von Ulrich Bleuel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare