Flecken Bad Bodenteich will kein Wohlwollen mehr für möglichen BGS-Investor zeigen

„Schluss mit lustig“

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Keine Unterstützung: Die Gemeinde hat kein Vertrauen mehr in den Investor.

Bad Bodenteich. In den möglichen Investor des Bad Bodenteicher ehemaligen BGS-Geländes, das Projektwerk Bad Bodenteich, hat die Politik kein Vertrauen mehr.

In der vergangenen Sitzung des Verwaltungsausschusses haben sich die Mitglieder dagegen entschieden, noch weiter offensiv den Projektträger zu unterstützen.

„Schluss mit lustig“, so rutscht es dem Bürgermeister des Fleckens, Edgar Staßar, etwas flapsig heraus. Er sei schon länger skeptisch gewesen, ob das Projektwerk Bad Bodenteich tatsächlich halten kann, was es verspricht. Das sieht die Politik und Verwaltung des Fleckens ähnlich. Alexander Kahlert, stellvertretender Gemeindedirektor Bad Bodenteichs, erklärt: „Der Investor hat auf die Bitte des Fleckens, ein tragfähiges Konzept zur Finanzierung vorzulegen, nicht reagiert.“ Deshalb werde man nun auch nicht mehr demonstrativ Rückendeckung geben. „Man will sich nicht die Blöße geben, jemanden zu stützen, den man unter finanziellen Gesichtspunkten nicht einschätzen kann“, meint Kahlert. Würde das Unternehmen, also das Projektwerk, dann beispielsweise in die Insolvenz gehen, wolle man sich nicht die Frage anhören müssen: „Warum habt ihr euch von dem vor den Karren spannen lassen?“

Das Projektwerk Bad Bodenteich ist ein Unternehmen um den Buchholzer Markus Schmidt. Er hatte die Idee, das ehemalige BGS-Gelände zu kaufen und dann in einer „multidimensionalen Inklusion“ Jung und Alt zusammen auf dem Gelände leben zu lassen. Dazu kämen Jugendarbeit, betreutes Wohnen für aktive Senioren, Wohnraum für Familien und eine „Auszeit-Kultur“. Für den Kauf von dem Besitzer des Geländes, der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BImA), hätte er 750 000 Euro hinlegen müssen (AZ berichtete). Für den weiteren Betrieb des Geländes hätte er aber weitere private Investoren gebraucht, was bisher scheiterte.

Den Flecken hatte Schmidt gebeten, ihn „atmosphärisch zu unterstützen“, wie es Kahlert formuliert – also einen demonstrativen Vertrauensvorschuss zu geben für einen, der Leben in den Ort bringen will. Davon würde auch der Flecken profitieren. Verwaltung und Politik Bad Bodenteichs suchen seit Jahren nach einer Möglichkeit, das ehemalige BGS-Gelände, das seit der Schließung des Bundespolizei-Standortes leer steht, zu beleben. Dafür stehen sie mit der BImA in Kontakt. Und das werden sie nun weiter tun. Die ideelle Unterstützung für das Projektwerk zumindest endet nun.

Von Kai Hasse

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