Flinten: Kreistierarzt verdächtigt Hunde / Theo Grüntjens schließt Wolf als Verursacher aus

Schafe tot auf Weide gefunden

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Bad Bodenteich. Was ist mit zwei Kamerun-Schafen passiert, die zwischen Sonntag, 16, und Montag, 18 Uhr, zu Tode gekommen sind? Eine Antwort hat weder die Polizei in Bad Bodenteich noch Friedrich-Wilhelm Buhe aus Flinten.

Er hat beobachtet, dass in der Nacht von Sonntag auf Montag auf einer Weide an der Landesstraße 265 zwischen Bad Bodenteich und Soltendieck drei Kamerunschafe gelaufen sind. „Zwei davon sind gerissen worden.“ Am Montagabend habe Buhe festgestellt, dass die Schafe tot auf der Weide lagen. Einen Tag später seien sie weg gewesen. „Am Dienstagmorgen um sieben Uhr waren die Kadaver von der Weide verschwunden“, beschreibt Buhe seine Beobachtungen. Er vermutet, dass sie von Menschenhand abtransportiert worden sind. Buhe begründet seine These so: „Es waren keine Schleifspuren zu sehen.“

Das findet auch die Polizei in Bad Bodenteich ein bißchen „eigenartig“. Sie tappt auch im Dunkeln, wer die zwei Tiere getötet haben könnte. „Es ist nicht auszuschließen, dass es ein Wolf war“, sagt ein Beamter von der Dienststelle gegenüber der AZ. Die Kehlen seien durchgebissen gewesen, sagt er.

Das bestätigt auch Tierarzt Dr. Andreas Feuerherdt aus Suhlendorf. „Ich war am Montagabend um 20 Uhr auf der Weide und habe die beiden toten Schafe inspiziert.“ Nach dem äußerlichen Zustand habe er die Kadaver untersucht. Zur möglichen Todesursache sagt er: „Sie müssen mit einem Biss getötet worden sein. Vermutlich sind sie von einem Tier gerissen worden.“ Bei dem einen Schaf habe er beobachtet, dass die Brustmuskulatur herausgerissen war. „Die Haut und Muskulatur waren bis auf die Rippen abgeschabt.“ Auch Feuerherdt schließt einen Wolf als Verursacher nicht aus. Einen Fuchs schließt er jedoch aus. „Der traut sich da am hellen Tag nicht heran.“

Dr. Jörg Pfeiffer, Amtsleiter des Veterinäramtes in Uelzen, geht eher von wilden Hunden aus. Wölfe seien so scheu, dass sie eher davon Abstand nehmen. Wenn die Kadaver von Menschen abtransportiert worden seien, bestünden für sie keine Gefahren, versichert Pfeiffer.

Theo Grüntjens, Wolfsexperte des Landkreises Uelzen, meint: „Wenn ein Tier gerissen worden ist und es tot ist, spricht es gegen einen Wolf.“ Die Tötungsgründe könnten seiner Ansicht nach unterschiedlich sein. „Es könnte alles mögliche gewesen sein, Unfall oder Schlachtung“, meint Grüntjens.

Wer Hinweise geben kann, sollte sich bei der Polizeidienststelle in Bad Bodenteich unter (0 58 24) 96 30 00 melden.

Von Volker Althoff

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