Samtgemeinde Aue: SPD/Dr. Hintze-Gruppe hinterfragt Arbeiten am Bad Bodenteicher Bürgerbüro

Sanierung wird teurer als gedacht

Das Bad Bodenteicher Rathaus dient der ehemaligen Samtgemeinde Bodenteich als Bürgerbüro. Anstatt ursprünglich 25 000 Euro kostet die Sanierung des Gebäudes nun 43 000 Euro. Der erste und zweite Stock des ehemaligen Amtssitzes stehen leer. Fotos: Nolting

Bad Bodenteich. Es war schon im Vorfeld der Fusion der Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt ein emotionsgeladenes Thema: Bleibt das Rathaus in Bad Bodenteich oder wird es geschlossen und dicht gemacht.

Nun bleibt es – zumindest bis zum 31. Dezember 2012. „Bürgernahe Dienstleistungen“ der Verwaltung sollen laut Gebietsänderungsvertrag in Bad Bodenteich angeboten werden. Sie sind derzeit im ehemaligen Rathaus des Fleckens erhältlich, das nach der Fusion als Bürgerbüro dient. Hauptsitz der Samtgemeinde Aue ist das Rathaus in Wrestedt. Doch das Rathaus in Bad Bodenteich muss saniert werden. Rund 7000 Euro sind bereits im letzten Jahr in den Umbau der Toiletten geflossen. Und noch weitere Maßnahmen, wie beispielsweise die Installation von Brandschutztüren, standen an, wurden jedoch von der Verwaltung gestoppt. Der Grund: Die Kosten sollten eigentlich 25 000 Euro betragen, doch am Ende errechnete die Verwaltung Kosten von 43 000 Euro. Aus diesem Grund stellte die SPD/Dr. Hintze-Gruppe in der Samtgemeinde den Antrag, auf die weitere Auftragsvergabe zu verzichten. „Die Gruppe steht der Rathaus-Nutzung prinzipiell skeptisch gegenüber“, weiß Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke.

Im Bad Bodenteich Rathaus befinden sich vier Mitarbeiter der Samtgemeindeverwaltung. Gerald Fehlhaber, Norbert Dohnert und Monika Fabig, die alle in der Gebäudewirtschaft tätig sind. Die so genannten „bürgernahen Dienstleistungen“ bietet Silvia Giebler an. Genutzt wird nur das Untergeschoss des Rathauses. Der erste und zweite Stock stehen, bis auf einige Möbelstücke, leer. „Es ist fraglich, ob die beiden Stockwerke als Archiv genutzt werden können“, weil es keine Statik fürs Gebäude gibt“, erklärt Harald Benecke.

Außerdem habe sich die Trennung der übrigen Mitarbeiter der Gebäudewirtschaft von Mitarbeitern in Wrestedt als überaus nachteilig und erschwerend für die Arbeitsabläufe erwiesen, so Benecke. So werden Akten und Pläne benötigt und ein spontaner Gedankenaustausch zwischen Mitarbeitern unter Einbeziehung der Bodenteicher Kollegen ist nicht möglich. Unter dem Aspekt „bürgernahe Dienstleistungen“ hat laut Benecke die Anwesenheit der Mitarbeiter der Gebäudewirtschaft in Bad Bodenteich keine Bedeutung.

Einstimmig ist der Samtgemeindeausschuss nun zum Beschluss gekommen, zum 31. Dezember 2013 eine Bestandaufnahme über die in verwaltungsorganisatorischer und vor allem kostenmäßiger Hinsicht gewonnenen Erkenntnisse in Sachen Rathaus zu erstellen. Das Ergebnis soll den Ratsgremien als Entscheidungsgrundlage für weitergehende Beschlussfassungen dienen. Die begonnenen Baumaßnahmen sind im Rahmen der erteilten Aufträge zum Abschluss zu bringen. „Ich kann nur als Sparbürgermeister auf die Bremse treten“, sagt Benecke, denn schließlich ist der Zukunftsvertrag die Grundlage aller Aktivitäten der Kommune.

Von Jörn Nolting

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