Startschuss für die Kanalsanierung

Samtgemeinde Aue will defekte Rohre in Esterholz und Stederdorf erneuern

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Die Untersuchung der Schmutzwasserkanäle in Esterholz und Stederdorf ist beendet. Am Donnerstag soll der Samtgemeindeausschuss die Vergabe der Sanierungsarbeiten beschließen. Diese könnten im Frühjahr beginnnen. 

Wrestedt/Bad Bodenteich – Andere wollen hoch hinaus, die Samtgemeinde Aue geht tief unter die Erde: Um die Sanierung der Schmutzwasserkanäle geht es am Donnerstag, 10. Januar, im nichtöffentlichen Samtgemeindeausschuss.

Wenn alles nach Plan verläuft, werden die Politiker den Auftrag für die nächste Etappe im mehrjährigen, millionenschweren Sanierungsprogramm erteilen. Zunächst geht es um die Reparatur von Kanälen in Esterholz und Stederdorf, die fürs Frühjahr geplant ist.

„Wir haben eine Firma mit der Ausschreibung gefunden“, sagt Abwasser-Betriebsleiter Alexander Kahlert im AZ-Gespräch. Die Höhe des Angebots darf er natürlich nicht verraten. Nur so viel: „Für die reine Baumaßnahme, ohne Planungskosten, waren in der Vorkalkulation 430.000 Euro angesetzt. Wir liegen darunter.“ Das Ausschreibungsergebnis sei sehr positiv, vor allem im Hinblick auf die Stabilität der Abwassergebühren. Diese liegen in der Samtgemeinde Aue seit 2006 unverändert bei 2,80 Euro pro Kubikmeter.

In den vergangenen Monaten hat eine Fachfirma einen ersten, 6,7 Kilometer langen Kanal-Abschnitt untersucht. Das Ergebnis: In Niendorf II gibt es keinen Handlungsbedarf. In Esterholz und Stederdorf müssen hingegen Teile der Schmutzwasserkanäle in geschlossener Bauweise repariert werden. Bei diesem „Inliner-Verfahren“ werden neue Rohre in die alten, defekten geschoben, ohne dass dafür der Boden aufgerissen werden muss.

Diese Arbeiten sind aber nur der Auftakt für ein Großprojekt, das in Bad Bodenteich ansteht. Aufgrund des enormen Sanierungsbedarfs und der damit verbundenen Kosten von geschätzten 2,5 Millionen Euro handelt es sich um ein Fünf-Jahres-Programm. In der Ortsdurchfahrt von Bad Bodenteich, der L 270, habe es bereits Kamerabefahrungen der Schmutzwasserkanäle gegeben, berichtet Kahlert. Die Celle-Uelzen Netz werfe gerade einen ersten Blick auf die Untersuchungsergebnisse. „Anschließend werden wir ein Ingenieurbüro für eine spezifizierte Auswertung beauftragen“, kündigt der Betriebsleiter an. Was jetzt noch fehle, sei die Kamera-Untersuchung der Regenwasserkanäle. Dafür sei der Flecken Bad Bodenteich zuständig. Die Befahrung solle in den nächsten Wochen stattfinden.

Wann die Kanäle in der Ortdurchfahrt letztlich saniert werden, hängt vom Umfang der Schäden ab. „Ist eine geschlossene Bauweise möglich, können die Arbeiten eher beginnen“, sagt Kahlert. Bei größeren Schäden sei indes eine offene Bauweise erforderlich, die deutlich länger dauern werde.

Vor allem sollen die Kanalarbeiten mit der von der Landesstraßenbaubebörde geplanten Sanierung der Bad Bodenteicher Ortsdurchfahrt koordiniert werden. „Das soll zeitgleich erfolgen“, betont Kahlert. „Es ist nicht zu verantworten, die Straße dafür zweimal aufzureißen.“

Von Bernd Schossadowski 

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