Lösungen gesucht

Samtgemeinde Aue: Es fehlen 39 Krippenplätze

+
(Symbolbild)

Bad Bodenteich/Wrestedt/Wieren – Die Samtgemeinde Aue sucht dringend nach einer Lösung, um die enorm gestiegene Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen befriedigen zu können.

Nach aktuellem Stand fehlen in den drei Einrichtungen in der Samtgemeinde zum 1. August insgesamt 39 Krippenplätze für unter Dreijährige: In der Wrestedter Krippe können 16 Kinder keinen Platz erhalten, in Wieren sind es 13 und in Bad Bodenteich zehn.

„Es besteht akuter Handlungsbedarf“, sagte Samtgemeindebürgermeister Michael Müller jetzt im Jugend- und Sportausschuss. Er schlug daher vor, ein Übergangsquartier zu prüfen: Im alten Jugendtreff in Stadensen könnte zum Sommer eine Gruppe für 15 Krippenkinder bei 19 Stunden Betreuung pro Woche geschaffen werden. „Das würde ein wenig den Druck vom Kessel nehmen“, sagte Müller. Die offizielle Bezeichnung würde „sonstige Einrichtung“ lauten, erklärte Katrin Wiese, Bereichsleiterin beim DRK-Kreisverband.

Die Personalkosten von rund 25 .000 Euro müsste die Samtgemeinde selbst bezahlen, ebenso den Umbau der Räume. Erst ab einer wöchentlichen Betreuung von 20 Stunden würde das Land für die Kosten aufkommen. Doch dann müsste die Samtgemeinde ganz andere rechtliche und personelle Auflagen erfüllen.

Einstimmig gab der Ausschuss der Verwaltung grünes Licht, zu prüfen, ob der ehemalige Jugendtreff in Stadensen für die Kinderbetreuung genutzt werden kann – und zwar vorübergehend als „sonstige Einrichtung“ oder als dauerhafte Krippe. Auch die Kosten für beiden Varian-ten sollen ermittelt werden.

„Wir sollten den Eltern diese Notlösung auf jeden Fall anbieten, aber schnellstmöglich in die Planung einer neuen Krippe auf dem Gelände des alten Kindergartens in Wrestedt einsteigen“, erklärte Herbert Rathje (SPD). Die Politik müsse sich über die Zukunft aller drei Krippenstandorte in der Samtgemeinde Gedanken machen, nicht nur über Wrestedt, betonte Jürgen Wöhling (CDU). Eine neue Krippe in Wrestedt in Modulbauweise würde er für „eine gute Lösung“ halten.

Doch zunächst werden an die Eltern der 39 Kinder, die im August keinen Krippenplatz bekommen werden, Absagen verschickt. Gleichzeitig sollen sie gefragt werden, ob sie eine Betreuung von 19 Stunden in Stadensen in Anspruch nehmen würden.

Unabhängig davon empfahl der Ausschuss, zum Sommer eine 20-köpfige Hortgruppe für Grundschulkinder im Wrestedter Kindergarten einzurichten. Die Betreuungszeit beträgt vier Stunden am Tag. Parallel dazu soll die zweistündige Mittagsbetreuung in der örtlichen Grundschule erhalten bleiben.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare