Lüderaner Politiker betrachten Pläne für vierte Anlage südöstlich von Langenbrügge mit großer Sorge

Rat sagt Nein zu weiterem Windrad

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Diese beiden Windräder stehen bereits südöstlich von Langenbrügge. Für ein weiteres Windrad hat der Landkreis grünes Licht gegeben. Nun soll nordwestlich davon ein viertes Windrad gebaut werden. Das lehnt der Gemeinderat Lüder aber ab. 

Langenbrügge. Der Windpark südöstlich von Langenbrügge soll weiter wachsen. Zwei Anlagen stehen dort bereits, für eine dritte hat der Landkreis Uelzen vor einigen Monaten grünes Licht gegeben (AZ berichtete).

Unterdessen plant der Projektentwickler „getproject“ nordwestlich der bestehenden Anlagen noch ein weiteres Windrad. Allerdings hat der Rat der Gemeinde Lüder diesem Vorhaben jetzt seine Zustimmung verweigert. Das bedeutet aber nicht, dass das neue Windrad – es soll etwa 153 Meter hoch sein und eine Nabenhöhe von 95 Metern haben – nicht gebaut werden darf. Vielmehr kann der Landkreis die Entscheidung des Rates nun überstimmen.

Lüders Bürgermeister Jürgen Schulze (CDU) verwies darauf, dass das jetzt geplante Windrad in nur rund 470 Metern Entfernung von der geschlossenen Wohnbebauung entstehen soll. Das sei für die Anwohner nicht zumutbar. „Es ging vonseiten des Rates nie gegen Windenergie, sondern immer nur gegen die Platzierung des Windrades in der Nähe der Ortslage“, stellte Schulze klar.

Inzwischen hat „getproject“ den vorgesehenen Standort des neuen Windrades leicht verändert. Es wird ein kleines Stück nach Westen verschoben und liegt damit knapp innerhalb des Sondergebiets für Windenergieanlagen. Das war vorher nicht der Fall gewesen.

Gemäß Baugesetzbuch sei diese neue Anlage planungsrechtlich zulässig, sagte Gemeindedirektor Hendrik Kunitz. Zwar sei ein Mindestabstand zur geschlossenen Bebauung von 500 Metern erforderlich. Es gebe aber einen Toleranzbereich, der in diesem Fall zum Tragen komme. „Laut Rechtsprechung ist diese Anlage noch im Rahmen des Möglichen“, erläuterte Kunitz.

Trotzdem verweigerte der Rat seine Zustimmung. „470 Meter sind viel zu wenig“, sagte Thomas Lampe (CDU). Zudem müsse geprüft werden, ob vor Ort seltene Tierarten wie der Rotmilan vorkommen, die durch die Anlage gefährdet würden. „Wozu gibt es eine Abstandsgrenze von 500 Metern, wenn sie doch aufgeweicht wird?“, fragte Tankmar Sauer (WGA). Allerdings sieht Wolfgang Schulze (SPD) größere Chancen, das Windrad durch ein naturschutzfachliches Gutachten als mit dem Verweis auf die Abstandsregelung zu verhindern.

Nach Ansicht von Mienold Eilers (SPD) hat das Nein des Rates zu der neuen Anlage keine Aussicht auf Erfolg. Denn der Landkreis werde diese Entscheidung überstimmen. „Es ist völlig egal, was wir machen“, meinte er und stimmte daher als einziges Ratsmitglied für das Windrad. Ganz anders sah das Bürgermeister Schulze: „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir das so nicht akzeptieren wollen.“

Von Bernd Schossadowski

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