„Es ist ein Selbstläufer geworden“

Rund 1.700 Besucher – Museum Deutsche Einheit in Bad Bodenteich erlebt erfolgreiche erste Saison

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Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar (3. von links) und Gemeindedirektor Hendrik Kunitz (2. von links) mit den ehrenamtlichen Museumsmitarbeitern Wolfgang Nerlich, Friedrich-Wilhelm Schulz, Karl-Theodor Meyer und Friedhelm Schulz (von links).

Bad Bodenteich. „Halt, hier Zonengrenze“ steht in großen Buchstaben auf dem Schild im Museum Deutsche Einheit in Bad Bodenteich. Gleich dahinter fällt ein Grenzpfahl mit dem Hoheitssymbol der DDR ins Auge.

Bis vor 30 Jahren wäre es lebensgefährlich gewesen, an dieser Stelle weiterzugehen. Doch genau das wünschen sich nun der ehrenamtliche Museumsleiter Karl-Theodor Meyer und seine Kollegen. Sie hoffen auf weiterhin viele Besucher im ersten Stock des Brauhauses der Burg Bodenteich. Denn dorthin ist das Museum vor neun Monaten umgezogen. Jetzt blickt die Einrichtung auf eine äußerst erfolgreiche erste Saison zurück.

„Es ist sehr gut gelaufen. Zwischen April und Oktober hatten wir rund 1.700 Besucher“, bilanziert Meyer zufrieden. Die Resonanz sei durchweg positiv gewesen, wie die Einträge im Gästebuch zeigten. Besonders beeindruckt hätten der Original-Metallgitterzaun der DDR samt Selbstschussanlage und das Relief des ehemaligen Grenzverlaufs an der Elbe.

Auch von den Führungen durch das Museum, die die ehrenamtlichen Helfer anbieten, seien die Besucher begeistert gewesen. „Es ist ein Selbstläufer geworden, das ist sagenhaft“, freut sich Meyer. Der Umzug aus dem einstigen Oberschulgebäude am Leinenberg ins Brauhaus (AZ berichtete) sei eine richtige Entscheidung gewesen. „Für Bad Bodenteich ist das ein Gewinn, ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis“, findet auch Bürgermeister Edgar Staßar.

Allerdings ist das Museum mit seinen rund 100 Quadratmetern Fläche inzwischen an seine räumlichen Grenzen gestoßen. Deshalb würde sich Meyer freuen, wenn auch der Dachboden des Brauhauses – er dient derzeit als Magazin – für Ausstellungen genutzt werden könnte. „Dann ließen sich auch die Besucherzahlen steigern“, ist er überzeugt.

Für 2019 haben Meyer und seine Mitstreiter schon einige Ideen. „Wir wollen auch die jüngere Generation ansprechen“, erklärt Friedhelm Schulz, einer der Unterstützer des Museums. So wurde ein pädagogisches Konzept für den Besuch von Schulklassen erarbeitet. Dieses soll nun mit der Oberschule Bad Bodenteich abgestimmt werden. „Wir werden gezielt auch andere Schulen zu einem Besuch einladen“, kündigt Schulz an.

Außerdem könnte die aktuelle Ausstellung durch Exponate zum Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 erweitert werden, schlägt Meyer vor. Weitere mögliche Themen sind die Berliner Luftbrücke von 1948/49, das Ende der sowjetischen Militärpräsenz auf deutschem Boden im Jahr 1994 und der 30. Jahrestag des Mauerfalls 1989.

Die neue Saison im Museum startet im April. Geöffnet ist es dann wieder jeden ersten Sonntag im Monat sowie an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Trotz der Winterpause können telefonisch Gruppen- und Sonderführungen vereinbart werden. Nähere Infos gibt es unter www.grenzmuseum-bodenteich.de.

Von Bernd Schossadowski

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