Gelände verliert zum Jahresende die Duldung durch den Landkreis

Reitanlage in Flinten vor dem Aus?

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Ob die Reitanlage in Flinten in Zukunft weiterbetrieben werden kann, müssen Politik und Kreisverwaltung entscheiden.

Flinten. Im beschaulichen Flinten sind viele Reiter der Reitsportgemeinschaft (RSG) Flinten unterwegs und feiern auch auf Turnieren Erfolge. Doch nun droht Ungemach: Ende des Jahres läuft für den rund vier Hektar großen Geländeparcours die Duldung durch den Landkreis aus.

Es droht eine Sperrung der Anlage. Der Grund: Der Parcours wurde in einem EU-Vogelschutzgebiet angelegt und besitzt keine Genehmigung.

„So wie die Anlage jetzt betrieben wird, ist sie klar illegal“, erklärt Bodenteichs Gemeindedirektor Alexander Kahlert. Ein Vogelschutzgebiet der EU sei eigentlich ein K.O.-Kriterium bei der Planung einer solchen Anlage, da dort jegliche sportliche Aktivitäten verboten seien. Dennoch sei gebaut worden.

Um im Nachgang noch eine Genehmigung zu bekommen, bedarf es einer Änderung des Flächennutzungsplanes durch den Flecken Bodenteich und die Samtgemeinde Aue. Mit ihr könnte der Parcours der Reitsportgemeinschaft einen Sonderstatus bekommen – allerdings sind Auflagen zu erwarten.

„Dass es Einschränkungen geben wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche“, erklärt Kahlert. Wenn sich der Rat für eine Änderung des Flächennutzungsplanes aussprechen würde, könnte der Kreis bis zur Umsetzung der Änderungen die Duldung verlängern.

Doch zuvor müsse man unterschiedliche Interessen unter einen Hut bringen, sagt Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar. Auf der einen Seite gebe es die des Jagdpächters auf der anderen die der Reitsportgemeinschaft. „Ich will verhindern, dass es, wie in der Vergangenheit, Schwierigkeiten zwischen Jagdpächter und Reitgemeinschaft gibt, und beide Seiten zufrieden stellen“, sagt er. Dies sei auch ein Grund, warum sich die Entscheidung bisher hinausziehe. „Das Ganze ist eine ziemlich komplizierte Angelegenheit für die Politk. Egal, wie sie sich entscheidet, irgendjemand wird vor dem Kopf gestoßen“, meint auch Kahlert. Denn die Jagdgenossenschaft sehe sich durch die Anlage im Jagdrecht beeinträchtigt.

„Grundvoraussetzung um eine Betriebsgenehmigung zu erhalten, ist aus Sicht des Kreises eine Änderung des Flächennutzungsplanes“, informiert Landkreissprecher Martin Theine. Im Rahmen dieser Änderung müssten allerdings die Naturschutzaspekte berücksichtigt werden. Außerdem müsste der Betreiber eine Befreiung von der Landschaftsschutzgebietsverordnung sowie eine Baugenehmigung beantragen, erklärt Theine.

Die Reitsportgemeinschaft will die Entscheidung der Politik abwarten. Claudia Fabel-Buhr aus dem Vorstand der RSG Flinten: „Wenn es Auflagen gibt, wollen wir diese auch erfüllen.“

Von Lars Lohmann

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