Ärger um Fahrzeug-Querung in Lüders Schützenwald / Findlinge und Buchen als Hindernisse geplant

Reifenspuren zwischen Eichen

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Wie lässt sich das Durchqueren des Wäldchens vor dem Lüderaner Schützenhaus durch Fahrzeuge verhindern? Darüber diskutierte jetzt der Bau- und Kulturausschuss bei einer Ortsbesichtigung mit Bezirksförster Werner Williges (Mitte).

Lüder. Die Reifenabdrücke zwischen den Eichen sprechen eine deutliche Sprache. Zum wiederholten Mal haben Autos das kleine Waldstück vor dem Schützenhaus in Lüder überquert. Auch die Spuren landwirtschaftlicher Gefährte wurden dort gesichtet.

Der Schützenwald, der von mehreren unbefestigten Wegen zerschnitten wird, ist eine beliebte Abkürzung und Parkfläche für Fahrzeuge – sehr zum Leidwesen der Anwohner. Doch jetzt will die Lüderaner Politik Abhilfe schaffen.

Einstimmig sprach sich der Bau- und Kulturausschuss der Gemeinde bei einer Ortsbesichtigung dafür aus, im Schützenwald mehrere Buchen zu pflanzen und Findlinge aufzustellen. Mit diesen natürlichen Hindernissen soll Autos und Treckern die Durchfahrt versperrt werden. Der Hauptweg über den Platz soll hingegen erhalten bleiben.

„Findlinge passen zum Dorf“, meinte Ausschussmitglied Wolfgang Schulze (SPD). Denn viele Bewohner von Lüder hätten ihre Grundstücke mit großen Steinen begrenzt. „Buchen kann man relativ gut unterpflanzen“, sagte Ausschussvorsitzender Thomas Lampe (CDU). Nach der Empfehlung des Gremiums sollen die neuen Bäume im Herbst 2018 gepflanzt werden, denn im aktuellen Haushalt der Gemeinde stehen dafür keine Mittel zur Verfügung. Die genauen Standorte der Buchen werden gemeinsam mit der Schützengilde festgelegt. Bis dahin sollen auch die Kosten für die Neubepflanzung ermittelt werden.

Auch das nur rund hundert Meter vom Schützenhaus entfernte Kiefernwäldchen soll aufgewertet werden. Für diese etwa 2000 Quadratmeter große Fläche, die zwischen den beiden Sportplätzen des TSV Lüder liegt und der Gemeinde gehört, beantragte Bezirksförster Werner Williges eine Umgestaltung in einen von Laubholz dominierten Wald. Williges schlug vor, einige der völlig schief wachsenden Kiefern zu fällen und als Ersatz Winterlinden, Rotbuchen, Eichen, Esskastanien oder Hainbuchen zu pflanzen.

„Man kann hier schön was machen – keinen Park, aber auch keine ,Soldaten‘“, meinte der Bezirksförster. Er kann sich den schrittweisen Waldumbau im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ vorstellen. Bestehende Eichen in dem Kiefernwäldchen sollten aber unbedingt erhalten bleiben, betonte er.

Einstimmig empfahl der Bau- und Kulturausschuss, diesem Antrag zu folgen. Die Fällungen und Neupflanzungen sollen im Herbst dieses Jahr in Absprache mit den benachbarten Nutzern – Schützengilde und TSV – erfolgen. In dieses Waldstück könnten auch die Königseichen integriert werden, die Lüders Schützen für jede Majestät pflanzen möchte. Die Gilde wolle die Eichen kaufen, gießen und langfristig pflegen, hieß es im Ausschuss. Dagegen bestanden keinerlei Einwände.

Von Bernd Schossadowski

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