Kreistags-Gruppenchef fordert Obergrenze für Unterbringung der Asylbewerber

Reese: Maximal 150 Flüchtlinge auf Bodenteicher BGS-Gelände

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Auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich sollen nicht mehr als 150 Asylbewerber und Flüchtlinge untergebracht werden. Das fordert Claus-Dieter Reese, Vorsitzender der CDU/FDP/RRP-Mehrheitsgruppe im Kreistag.

Bad Bodenteich. Wenn es um die geplante Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich geht, will Claus-Dieter Reese eine klare Obergrenze setzen.

Maximal 150 Personen sollten auf dem ehemaligen Kasernengelände eine Unterkunft finden, stellt der Sprecher der CDU/FDP/RRP-Mehrheitsgruppe im Kreistag im AZ-Gespräch klar. Und er wird noch deutlicher: „Ich werde mich an die Spitze einer Protestbewegung setzen, wenn die Zahl 150 überschritten werden sollte.“

Für Reese steht außer Frage, dass Menschen, die durch Krieg und Terror aus ihrer Heimat vertrieben wurden, aufgenommen werden müssen. Es gehe aber um die Frage, wie viele Asylbewerber und Flüchtlinge es sein werden. „Ich wehre mich gegen eine Massenunterkunft in Bad Bodenteich. Wenn wir mehrere hundert Menschen bekämen, würde das das soziale Gefüge sprengen und den Ort überfordern“, warnt der CDU-Politiker, der selbst Bad Bodenteicher Bürger ist.

Sollte die Samtgemeinde Aue letztlich mehr als 150 Personen vom Landkreis zugewiesen bekommen, müssten auch in anderen Orten entsprechende Unterkünfte geschaffen werden, fordert Reese. „Dann ist auch Wrestedt gefragt.“ Eine gerechte Verteilung auf die einzelnen Kommunen in der Samtgemeinde – entsprechend der jeweiligen Einwohnerzahl – ist nach seiner Ansicht sehr wichtig.

Claus-Dieter Reese

Auch der Gedanke der Integration dürfe dabei nicht aus den Augen verloren werden. Sollten tatsächlich 150 Personen nach Bad Bodenteich kommen, müsse dort „eine Mindestanzahl an Betreuern vorgehalten werden“, fordert Reese. „Außerdem muss die Polizeidienststelle dann aufgestockt werden.“ Darüber hinaus plädiert Reese dafür, die Bürger umfassend über die künftige Nutzung des BGS-Geländes als Unterkunft für die Neuankömmlinge zu informieren. Nur so könne eine Willkommenskultur geschaffen werden.

Nicht zuletzt erwartet Reese ein Entgegenkommen seitens der Samtgemeindeverwaltung und des Landkreises für den Fall, dass auf Bad Bodenteich der Löwenanteil der Asylbewerber und Flüchtlinge in der Samtgemeinde Aue entfallen sollte. „Sollten wir Teile der Wrestedter Quote übernehmen, dann muss der Deckel auf das Bodenteicher Waldbad drauf“, plädiert er für eine verbindliche Abdeckung des jährlichen Defizits in dem Freibad. Das will Reese aber nicht explizit bei der Verwaltung im Wrestedter Rathaus beantragen. „Da sollte die Samtgemeinde Aue selbst drauf kommen“, meint Claus-Dieter Reese.

Von Bernd Schossadowski

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