Gerrit-Jan Tjiman ist neuer Leiter des Bad Bodenteicher Jugendzenturms / Morgen Eröffnungsfeier

„Recht voor de Raap“

Klaus Wessel (von links), zuständig für die Sozialräume in Bad Bodenteich und Rosche, Gerrit-Jan Tijmann, neuer Leiter des CJD-Jugendzentrums, und Musiklehrer Rod Coote sitzen auf der Treppe im Jugendzentrum. Morgen ab 15 Uhr wird es neu eröffnet. Foto: Ph. Schulze

Bad Bodenteich. Er wird eine schwere Nachfolge antreten, denn er tritt in die Fußstapfen von Berni Nowak: Gerrit-Jan Tijman ist der neue Leiter des Bad Bodenteicher Jugendzentrums.

Am morgigen Freitag wird das Kinder- und Jugendzentrum wieder eröffnet, das nun vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) geleitet wird. Ab 15 Uhr geht es los mit offiziellen Reden, anschließend startet ein kleines Rahmenprogramm. Natürlich gibt es auch zu essen und zu trinken.

„Wir haben gestrichen und renoviert“, sagt Klaus Wessel, der für die Sozialräume in Bad Bodenteich und Rosche zuständig ist. Auch die neue Beleuchtung macht die Räumlichkeiten im Untergeschoss viel heller und frischer. Aus dem ehemaligen Fotolabor soll ein Computerraum werden und im größten Raum wird neben dem Kicker noch ein Billiardtisch aufgestellt. So weit die Pläne des CJD.

„Wir werden morgen auch ein Ideenboard aufstellen, dort sollen Kinder, Jugendliche und Eltern ihre Wünsche und Vorschläge aufschreiben“, sagt Tijman. Der Nachfolger von Berni Nowak ist 41 Jahre alt, ledig und kinderlos. Als gelernter Sozialpädagoge hat er bisher als Wohnbegleiter mit geistig Behinderten gearbeitet. Anschließend verschlug es ihn in den Landkreis Lüchow-Dannenberg, dort war er als Heimleiter tätig und dort wohnt er auch noch. „Das hier ist neu für mich“, sagt Tijman voller Vorfreude auf den Job im Flecken. Ihn reizt besonders das Kreative und die freie Gestaltung gemeinsam mit den Jugendlichen. 20 Stunden in der Woche wird er in Bad Bodenteich sein. An drei Tagen in der Woche ist das Kinder- und Jugendzentrum geöffnet. Dadurch bleibt Tjiman Zeit für seine Hobbys. Als gelernter Schreiner baut er an seinem Haus und interessiert sich für Fossilien und Vögel.

Geboren ist Tjiman in der Nähe von Essen, dann mit seinen Eltern – sein Vater ist Holländer, seine Mutter Deutsche – nach Ruanda gezogen. „Ich war bis ich sechs war in Afrika, dann in der Grundschule in Deutschland“, schildert Tjiman. Seinen Schulabschluss hat er allerdings in Holland gemacht und in Njimegen danach Krankenpfleger gelernt, bevor er sich zum Sozialpädagogen hat umschulen lassen. „Ich arbeite jetzt seit zehn Jahren in dem Bereich“, sagt der neue JUZ-Leiter.

Aufgrund der vielen Umzüge in seiner Kindheit bezeichnet sich Gerrit-Jan Tjiman als „Weltbürger“, auch wenn sein holländischer Akzent nicht zu überhören ist. „Recht voor de Raap“ lautet sein Motto und lässt sich mit „Direkt vor den Kopf“ übersetzen. Es bedeutet, dass Holländer sehr offen, aber auch sehr direkt sind. „Das kann dann auch mal krass rüberkommen“, warnt er vor. Doch auch andere Merkmale eines typischen Holländers sind nicht zu übersehen: Vor der Tür steht ein Hollandrad und die Füße von Gerrit-Jan Tjiman stecken in den landestypischen Klompen.

Von Jörn Nolting

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