Nutzung des Bodenteicher BGS-Geländes wird konkreter / Flugblätter in Medingen

Quartier für 150 Flüchtlinge in Bad Bodenteich

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Bis zu 150 Flüchtlinge könnten demnächst auf dem ehemaligen BGS-Gelände untergebracht werden.

Bad Bevensen/Bad Bodenteich. Die Pläne für die Nutzung des ehemaligen BGS-Geländes in Bad Bodenteich sind offenbar schon konkreter als bislang bekannt war.

Nach den Vorstellungen des Landkreises Uelzen könnte auf dem Areal eine größere Zahl an Asylbewerbern und Flüchtlingen untergebracht werden. „Wir streben 120 Personen an, aber nicht mehr als 150“, sagte Erster Kreisrat Uwe Liestmann gestern auf AZ-Anfrage. Politik und Verwaltung hätten am Montag bei einem nichtöffentlichen Treffen in Bad Bodenteich „über ein Angebot des Eigentümers gesprochen“. Wie berichtet, hat der Gerdauer Fuhrunternehmer Eckhard Hentschke das BGS-Gelände im Dezember 2014 ersteigert.

Ob und, wenn ja, wie viele Asylbewerber in das ehemalige Medinger Hotel „Vier Linden“ einziehen könnten, ist indes noch unklar. Im Gespräch ist, bis zu 120 Personen in einem Teil des einstigen Übernachtungsbetriebs unterzubringen, der nur wenige Kilometer von der bestehenden Bevenser Sammelunterkunft an der Ebstorfer Straße entfernt ist – Pläne, die in dem 1179 Einwohner zählenden Stadtteil Bevensens gemischte Gefühle hervorrufen.

Während sich ein Team aus Ehrenamtlichen, dem auch Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller angehört, weiterhin bei der Betreuung der Asylbewerber in der ersten Sammelunterkunft des Landkreises – der Bevenser „Villa im Park“ – engagiert, werden neue kritische Stimmen laut. Nachdem, ausgehend vom Klosterhof Medingen, Unterschriften gegen die Einrichtung der Gemeinschaftsunterkunft im „Vier Linden“ gesammelt wurden, macht nun Immobilienhändler Volker Heinecke mobil. Mit einer Flugblatt-Aktion ruft er zum „zivilen Widerstand aus der Mitte der Gesellschaft“ gegen Massenunterbringungen in Wohngebieten wie Medingen auf.

Der Kopf von „Medingen wehrt sich“ – so nennt Heinecke die Initiative, der sich vor allem anonyme Unterstützer angeschlossen haben –, argumentiert unter anderem mit dem angeblichen Wertverlust von Immobilien durch ein Asylbewerberheim im Umfeld. „Die Kommunalpolitik ist zwar für den Zuweisungsschlüssel nicht zuständig, aber sie kann sich auf die Hinterbeine stellen und Druck erzeugen. Aber alle haben Angst, das Thema anzufassen“, formuliert er Vorwürfe, gegen die sich die Bevenser SPD verwahrt: „Die lokale Politik hat keinen Einfluss darauf, wer wo untergebracht wird“, sagt Ortsverbandschef Hermann Kalinowski mit Verweis auf Räder, die die SPD bereits gestellt habe.

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