Kampf gegen rote Zahlen: Samtgemeinde Aue schlägt neue Tarife für Bad Bodenteicher Waldbad vor

33 Prozent mehr für das Baden?

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Nach dem Vorschlag der Samtgemeindeverwaltung sollen die Eintrittspreise im Bad Bodenteicher Waldbad in der neuen Saison erhöht werden – bei den Zehnerkarten für Jugendliche sogar um 33 Prozent. Darüber entscheiden nun die Politiker. Archivfoto: Huchthausen

Bad Bodenteich. Jahr für Jahr schreibt das Bad Bodenteicher Waldbad rote Zahlen. In der Saison 2014 betrug der Zuschussbedarf rund 120 000 Euro.

Jetzt legt die Verwaltung der Samtgemeinde Aue erstmals einen konkreten Vorschlag für die Erhöhung der Eintrittspreise vor, um das Defizit des Bades zu verringern. Demnach sollen die Entgelte ab der kommenden Badesaison um bis zu 33 Prozent steigen. Darüber diskutiert der Jugend- und Sportausschuss der Samtgemeinde am kommenden Mittwoch, 14. Januar. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Wrestedter Rathaus.

„Es ist fünf vor zwölf. Der Landkreis pocht darauf, dass wir den von uns berechneten maximalen Zuschussbetrag von 80 000 Euro pro Jahr einhalten“, sagt Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke. Und so sehen die neuen Tarife aus, die ab der diesjährigen Badesaison gelten sollen, sofern die Politiker ihnen zustimmen: Einzelkarten für Erwachsene sollen künftig 3,50 Euro statt 3 Euro kosten, Jugendliche zahlen 2,50 statt 2 Euro. Dagegen bleibt der Feierabendtarif ab 19 Uhr unverändert bei 1,50 Euro pro Badegast.

Der Preis für die Zehnerkarte soll bei Erwachsenen von 22,50 auf 27,50 Euro steigen, bei Jugendlichen von 15 auf 20 Euro. Bei den Jahreskarten ist eine Anhebung von 70 auf 77 Euro bei Erwachsenen, von 35 auf 40 Euro bei Jugendlichen, von 100 auf 115 Euro bei Familien und von 61 auf 70 Euro bei Alleinerziehenden geplant. Jahrestickets für Kurkarten-Inhaber soll es nicht mehr geben, weil die Nachfrage sehr gering war.

Die vorgeschlagene Erhöhung der Eintrittspreise ist laut Benecke „angemessen und zwingend erforderlich“, denn die Unterhaltung des Waldbades sei kostenaufwändig. „Wir haben dort im vergangenen Jahr etwa 120 000 Euro aus allgemeinen Steuermitteln hineingesteckt. Der Steuerzahler ist immer mit einem Löwenanteil dabei, aber der eigentliche Nutzer ist der Badegast“, meint der Verwaltungschef.

Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar hält sich zu den möglichen neuen Tarifen noch bedeckt, um nicht den Beratungen der politischen Gremien vorzugreifen. Allerdings ist Staßar von der Höhe der ins Auge gefassten Preissteigerung überrascht. „33 Prozent klingen erst mal happig. Wir hatten immer gesagt, dass die Eintrittsgelder um 10 bis 15 Prozent erhöht werden sollen“, sagt er im AZ-Gespräch. Der Besuch des Waldbades müsse für die Bürger finanzierbar bleiben. Werde zu stark an der Preisschraube gedreht, könnte das dazu führen, dass weniger Badegäste kommen, befürchtet Staßar.

Von Bernd Schossadowski

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