Karnevalsverein Schostorf feiert seine Prunksitzung / Humoristische Höhepunkte in der Bütt

Prinzessinnen und Bewegungsdrang

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Sie gehören zum Karneval in Schostorf: Die Mini-Schoofunken ernten für ihren Auftritt viel Applaus. Die eine oder andere wird vielleicht mal ein richtiges Tanzmariechen oder gar eine Prinzessin.

Schostorf. Wer träumt nicht einmal davon, Prinzessin zu sein und seinem Volk zujubeln zu dürfen? In Schostorf werden solche Mädchenträume noch wahr.

Die Schostorfer Führungsriege (v.li.): Zeremonienmeister Herbert Rodewald, Ex-Prinzessin Antje Rodewald-Schulz, Erbprinzessin Anja Niebuhr, Prinzessin Anke Schulz, Präsident Henning Schulz.

Mangels Masse an Prinzen inthronisiert der Karnevalsverein Schostorf seit einigen Jahren seine weiblichen Mitglieder zu regierenden Hoheiten. Die amtierende Prinzessin Anke, „die singende Katasterlocke“, wurde am Sonnabend mit ihrer engsten Gefolgschaft in einer Kutsche zur närrischen Hochburg des Dorfes im Gasthaus Behn gefahren. Zu Ehren ihrer Hoheit wurde im Saal die Prunksitzung des Karnevalsvereins abgehalten. Es war die 67. dieser Art und der Höhepunkt der fünften Jahreszeit in dem kleinen Dorf. Für einen die Stimmung anheizenden Auftakt sorgten die Mini-Schoofunken mit ihrem erfrischend fröhlichen Tanzauftritt. Und wer weiß, vielleicht werden einige von ihnen selbst irgendwann mal richtige Tanzmariechen sein oder gar eine Prinzessin.

Maik Rondäbel von der Wierener Prinzengarde nimmt seine Zuhörer mit auf eine Urlaubsreise auf die Kanaren.

Den Tanzdarbietungen der Kleinen standen die Großen in nichts nach. Die Schoofunken ließen mit ihren beiden Auftritten in verschiedenen Outfits Begeisterung und Jubelrufe aufkommen. Und dann ging es in die Bütt. Philip Wecker hat sich seit elf Jahren dem Karneval zugewandt, was nicht verwunderlich ist, kommt der Suhlendorfer doch aus der Mainzer Gegend. Seine Narrenkappe beschrieb er humorvoll als „Eintrittskarte“ für viele interessante Dinge wie einen Empfang durch den Bürgermeister – mit „de Kap“ würde man ernst genommen. Maik Rodäbel von der Wierener Prinzengarde nahm seine Zuhörer mit auf eine Urlaubsreise auf die Kanaren.

Über ihren Werdegang von der Börsenmaklerin zur Bestattungsunternehmerin berichtete Larissa „Lissy“ Schulz. Als Spekulantin habe sie zunächst Geld zu Asche gemacht. „Heute mache ich mit Asche mein Geld.“ Totenstimmung kam da nicht auf.

Katharina Schulz wusste viel zu erzählen über ihren Weg als Gebirgsjäger und die Eigenschaften der in den Bergen lebenden Menschen, zumeist Bayern. Nicht fehlen durften Herbert Rodewald und Antje Rodewald-Schulz als Frieda und Anneliese. Sie hatten ihre liebe Mühe mit den modernen Medien, allen voran der „Alexa“, die die beiden Quasseltanten nur zu gut kannte.

Der den Schostorfern angeborene Bewegungsdrang wurde anschließend auf der Straße ausgelebt. Bunt kostümiert begaben sich die Feiernden auf Schnorrertour und heimsten Naturalien und Geld ein. Im Gasthaus Behn wurde gespeist und dann ging es mit Tanz und Musik in die Nacht. „Schostorf…schoo“ hallte es noch lange durch den Ort.

Von Ulrich Bleuel

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