Prädikat auf dem Prüfstand

Die Kommission begutachtet den Barfußpfad in Bad Bodenteich. Zum Ausprobieren war es zu kalt, deshalb erklärt Torsten Nowotny (links), Leiter der Kurverwaltung, die Anlage.

Bad Bodenteich - Von Jörn Nolting. Die Hotels des Ortes, die medizinischen Einrichtungen, die Touristinformation und der Gesamteindruck – am Donnerstag besuchte eine Kommission den Ort Bad Bodenteich, um eine Reprädikatisierung des Kneippkurortes Bad Bodenteich auf den Weg zu bringen. Es geht letztendlich um das „Bad“ im Namen von Bad Bodenteich, dass der Ort seit zwölf Jahren trägt.

Professor Jürgen Kleinschmidt aus München, Mitglied in der Kommission, erklärt den Hintergrund der Überprüfung: „Das Land Niedersachsen ist das erste aller Bundesländer, dass alle Kurorte überprüft. Alle anderen Bundesländer haben bis 2015 noch Zeit.“

Dem Ausschuss, der am Donnerstag Bad Bodenteich besuchte, gehören neben Kleinschmidt noch Sabine Visse vom Wirtschaftsministerium, Birke Dikken von der IHK sowie Christine Degener und Heinz-Gustav Wagner von der Service Agentur an. Rund fünf Stunden verbrachten sie im Kurort, um sich ein Bild zu verschaffen. Dieses Bild werden sie am 11. November einem Fachausschuss des Wirtschaftsministeriums vorstellen und ihr Votum abgeben. „Wir haben heute einen positiven Eindruck aufgenommen“, machte Kleinschmidt den Bad Bodenteicher Vertretern am Donnerstag Mut. In Niedersachsen gibt es rund 50 Kneippheilbäder wie Bad Bodenteich. „In dieser Klasse zu bleiben, erfordert Aufwand“, weiß Jürgen Kleinschmidt und spircht vom Mekka-Markt der Zukunft. „Die Silver-Generation sucht Ziele in Deutschland, wo auch die ärztliche Versorgung gegeben ist. Es gibt eine Kneippkur-Fangemeinde.“ Kneipp steht bei der Betrachtung des Ortes im Vordergrund, erklärt dann auch Heinz-Gustav Wagner: „Wir wollen den Ort ja auch dahin bringen, dass das ‘Bad’ im Namen nicht verloren geht.“ Deshalb bewertet die Kommission Dinge, die in den letzten Monaten und Jahren auf den Weg gebracht wurden. Schließlich geht es um die Wettbewerbsfähigkeit auch im Vergleich zum europäischen Ausland. „Die Qualität ist entscheidend, nicht der Preis“, betont Jürgen Kleinschmidt.

Mit Übergabe der Urkunde ist das Prädikat wieder zehn Jahre gültig. „Das heißt für uns dann aber nicht, zehn Jahre die Beine hoch zu legen“, unterstreicht Torsten Nowotny, Leiter der Kurverwaltung in Bad Bodenteich.

Positiv blickt auch Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar nach dem Besuch der Kommission in die Zukunft: „Der Ausschuss muss noch entscheiden und ich bin erst erleichtert, wenn ich die Urkunde in den Händen halte.“ Ein paar Tipps gab die Jury den Bodenteichern auch mit auf den Weg. So soll die Pumpe am mittelalterlichen Spielplatz überarbeitet und die Speisekarten der örtlichen Lokale mit Kneippspeisen ergänzt werden. Außerdem wünschen sich die Vertreter der Kommission eine bessere Beschriftung des Kräutergartens auf dem Burggelände.

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