Kosten sind deutlich gestiegen

Politik vertagt Entscheidung über Kita-Neubau in Bad Bodenteich

Jana Busse, Vertreterin der Elterninitiative aus Lüder, überreicht eine Box mit 67 unterschriebenen Briefen an Aues Samtgemeindebürgermeister Michael Müller.
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Samtgemeindebürgermeister Michael Müller nahm von Jana Busse, Vertreterin der Elterninitiative, eine Box mit 67 unterschriebenen Briefen entgegen. Darin wird die Einrichtung von Kita-Plätzen in Lüder gefordert.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Noch steht nicht fest, ob und wo in Bad Bodenteich ein Kita-Neubau geschaffen wird. Weil sich die Kosten für das Vorhaben deutlich erhöht haben, werden jetzt die politischen Gruppen und Fraktionen aus der Samtgemeinde Aue noch einmal darüber beraten.

Bad Bodenteich/Lüder – Die politische Diskussion über die Schaffung zusätzlicher Kinderbetreuungsplätze in Bad Bodenteich geht in eine neue Runde. Am Mittwochabend hat der nichtöffentlich tagende Samtgemeindeausschuss auf Antrag der CDU/WGA/FDP-Mehrheitsgruppe beschlossen, darüber noch einmal in den politischen Gruppen und Fraktionen zu beraten. Denn die aktuelle Kostenschätzung, die der Architekt für das Bauvorhaben vorlegte, sorgte für Erstaunen: Ursprünglich hatte die Politik einen Rahmen von zwei Millionen Euro vorgegeben. Daraus sind nun rund 2,5 Millionen Euro geworden.

Und es könnte noch teurer werden. Denn für beide Varianten – entweder ein Anbau an die bestehende Kita in Bad Bodenteich oder ein Neubau auf einer Wiese neben der örtlichen Skateranlage – sind jetzt Bodenuntersuchungen geplant. Unter anderem soll überprüft werden, ob der Untergrund neben der Skateranlage möglicherweise zu feucht ist. „Das Grundstück liegt aber nicht in einem Überschwemmungsgebiet“, betont Samtgemeindebürgermeister Michael Müller. Er selbst bringt eine weitere Alternative ins Spiel: Auch hinter dem Bodenteicher Feuerwehrhaus könnte ein Kita-Neubau geschaffen werden.

Die Tendenz des Samtgemeindeausschusses geht jedoch in Richtung eines Neubaus neben der Skateranlage. In der nächsten Sitzung am 3. Juni soll erneut darüber beraten werden. Dann geht es auch darum, das Bauvorhaben durch einen Nachtragshaushalt abzusichern.

Lemm hält weitere Beratungen für sinnvoll

Max Lemm, Sprecher der CDU/WGA/FDP-Gruppe, hält es für sinnvoll, das Thema zunächst in den Gruppen und Fraktionen zu diskutieren. Die aktuellen Planungsunterlagen lägen erst seit kurzer Zeit vor, ebenso die neue Kostenschätzung, argumentiert Lemm. „Die Steigerung um etwa 500 000 Euro ist einem Großteil des Samtgemeinderates so nicht bekannt.“

Seine Gruppe werde auch über eine Alternative beraten, kündigt Lemm an: In der Senioren-Tagespflege des Paritätischen in Lüder könnten eine Krippen- und eine Kindergartengruppe geschaffen werden. Denn nach einer Vorgabe der Politik soll diese Option noch einmal erörtert werden, falls sich die Kosten für die neue Kita um 25 Prozent oder mehr gegenüber dem ursprünglichen Ansatz von zwei Millionen Euro erhöhen sollten. Das wäre nach der aktuellen Schätzung des Architekten der Fall.

Janßen kritisiert „Verzögerungstaktik“

Kein Verständnis für eine weitere Beratungsrunde hat hingegen Dr. Birgit Janßen. Im Namen der SPD/Grünen-Gruppe fordert sie ein rasches Votum für eine neue Kita in Bad Bodenteich. „Die Entscheidung, dass etwas gebaut werden soll, ist schon vor einem Jahr gefallen“, sagt Janßen im AZ-Gespräch.

Den Antrag von CDU, WGA und FDP, aber auch den Vorstoß, die Kita nicht in Bad Bodenteich, sondern in Lüder zu schaffen, bezeichnet sie als „Verzögerungstaktik“. Dadurch gingen weitere sechs bis acht Wochen verloren und die für September 2022 angepeilte Fertigstellung des Neubaus werde gefährdet. „Das ist Kirchturmdenken, und das kann ich nicht gutheißen“, meint Janßen. „Außerdem muss man damit rechnen, dass sich dadurch die Baupreise bekanntermaßen erhöhen werden.“

Eltern wünschen sich Kita-Plätze in Lüder

Nach Ansicht der Grünen-Politikerin lassen sich die geschätzten Ausgaben von etwa 2,5 Millionen Euro und der ursprüngliche Kostenrahmen nicht miteinander vergleichen. „Das neue Kita-Gebäude wird wesentlich größer als zunächst geplant. In Relation kann man da nicht von einer Preissteigerung reden. Es gibt mehr umbauten Raum fürs Geld“, betont Janßen.

Einen anderen Wunsch äußert indes eine Elterninitiative aus Lüder. In deren Namen überreichte Jana Busse am Mittwochvormittag eine Box mit 67 unterschriebenen Briefen an Verwaltungschef Michael Müller. Diese stammen von Familien aus der früheren Samtgemeinde Bodenteich. Ihre Forderung: Im Gebäude des Paritätischen in Lüder sollen eine Krippen- und eine Kindergartengruppe eingerichtet werden. „Das wäre zeitnah und kostengünstig möglich“, sagt Busse. „Es soll keine Konkurrenz zur Kita in Bad Bodenteich, sondern eine Ergänzung sein.“ Müller versprach, die Briefe der Eltern an die politischen Gremien der Samtgemeinde weiterzuleiten.

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