Wolfgang Molzahn übergibt Exponate

Pläne für Erweiterung in Bodenteich: Einheitsmuseum soll wachsen

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Wolfgang Molzahn (rechts) übergab die Exponate per Urkunde an Bürgermeister Edgar Staßar. Daneben (v. links) Gemeindedirektor Hendrik Kunitz und die Museumsmitarbeiter Friedhelm Schulz und Karl-Theodor Meyer.

Bad Bodenteich – Zwei Jahrzehnte lang hatte er die Ausstellungsstücke in mühevoller Arbeit zusammengetragen. Jetzt hat Wolfgang Molzahn die Exponate des Museums Deutsche Einheit in Bad Bodenteich offiziell an den Flecken übergeben.

Dazu überreichte der 80-Jährige eine Schenkungsurkunde an Bürgermeister Edgar Staßar. „Ich bin nicht wehmütig“, sagte Molzahn, „denn ich weiß, dass das Museum in gute Hände kommt. “.

Schon seit mehr als einem Jahr betreuen Karl-Theodor Meyer und fünf weitere ehrenamtliche Helfer das Museum Deutsche Einheit, das unter diesem Namen im Februar 2018 im ersten Stock des Brauhauses der Burg Bodenteich eröffnet wurde (AZ berichtete). Im Frühjahr 1998 war es von Molzahn als BGS- und Grenzmuseum in der örtlichen Grundschule gegründet worden. Später folgte der Umzug ins Oberschul-Gebäude am Leinenberg.

Staßar bedankte sich bei Molzahn für dessen großes Engagement und überreichte ihm einen Essensgutschein. „Es ist super, dass wir dieses Museum haben, denn wir hatten die Geschichte hier direkt vor der Tür. Die Grenze war nur vier Kilometer von hier entfernt“, erklärte er.

Jetzt ist die Ausstellung, die die deutsche Teilung, die DDR-Grenzanlagen und die Wiedervereinigung ebenso beleuchtet wie die Geschichte des BGS und der Bundespolizei in Bad Bodenteich, barrierefrei erreichbar. Per Aufzug gelangen Besucher problemlos ins Obergeschoss des Brauhauses.

Dort stehen mehr als 100 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Möglicherweise werden es künftig noch mehr sein, denn die Betreiber des Museums hoffen, auch die beiden Räume im Dachgeschoss für die Präsentation von Exponaten nutzen zu können. Einen Antrag auf finanzielle Unterstützung hat Staßar bereits in die Kreispolitik eingebracht. Diesen will der Bürgermeister noch einmal präzisieren und erneut zur Diskussion stellen. „Alle Parteien haben gesagt: Der Dachboden muss ausgebaut werden“, berichtet er.

Die zusätzliche Fläche könnte für Sonderausstellungen genutzt werden, schlägt Museumsmitarbeiter Friedhelm Schulz vor. So könnten zum Beispiel die Geschichte der Grenze und die deutsche Einheit näher beleuchtet werden. „Außerdem wollen wir spezielle Führungen für Schulen anbieten“, blickt Schulz voraus. Das werde derzeit mit der örtlichen Oberschule abgestimmt.

Am Sonntag, 7. April, von 14 bis 17 Uhr ist das Museum erstmals nach der Winterpause wieder geöffnet. Im vergangenen Jahr zählte es etwa 2000 Besucher. „Das ist sehr positiv, wir hatten nicht damit gerechnet“, freut sich Museumsleiter Karl-Theodor Meyer. Er hofft, dass diese Zahl im Jahr 2019 noch gesteigert werden kann.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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