Robin-Hood-Langbogenturnier in Bad Bodenteich: Klaus Mansfeld aus Issum verteidigt Titel

Pfeilregen an der Burg

Klaus Thomke ist Ideengeber des Turniers und trommelte den Einzug der Schützen ein.

Bad Bodenteich. Der Langbogen machte Robin Hood zum Helden. Die Superwaffe des Mittelalters spielt seit mehr als zwei Jahrzehnten auch in Bad Bodenteich eine nicht unbedeutende Rolle.

Zum 21. Mal trafen sich jetzt Langbogenschützen aus ganz Deutschland zum beliebt gewordenen Robin-Hood-Turnier.

Viele von ihnen sind schon seit Jahren dabei, wollen nicht zum Helden werden, genießen aber die Mischung aus unterhaltsamem Spaß und Präsentation einer geschmeidigen Bogenbeherrschung. Sie kämpfen nicht im Sherwood Forest gegen den Sheriff von Nottingham und seinen Vasallen, sie kämpfen in den Seewiesen um den „silbernen Pfeil“ von Bad Bodenteich.

Den Besten unter ihnen maßen sie in einer Double-Clout-Runde. Dabei wurde in mehreren Durchgängen auf zwei auf den Boden befindliche Ziele in 90 und 110 Metern Entfernung geschossen. Unter Trommelklängen von Klaus Thomke, der einst das Robin-Hood-Turnier ins Leben rief, zogen die Schützen von der Burg in die weitläufigen Seewiesen.

Aufstellen, Bogen spannen und Ziel ins Visier nehmen: die Langbogenschützen vor dem Abschuss ihrer Pfeile.

Die Ziele waren vom Abschusspunkt nur zu erahnen. In einer Linie nahmen die Schützen Aufstellung, nahmen eine optimale Beinstellung ein, spannten den Bogen mit dem schussbereiten Pfeil weit nach hinten. In einer fließenden Bewegung wurde der ideale Abschusswinkel und Ankerpunkt gesucht, fokussierten die Augen das Ziel, schätzten sie die Entfernung ein und dann schwirrten die Pfeile im hohen Bogen durch die Luft.

Vor solchen Pfeilregen fürchteten sich schon die Ritter im Mittelalter, denn die enorme Zugkraft eines Langbogens konnte durchaus Rüstungen durchschlagen. Ganze Schlachten wurden früher durch ausgebildete Langbogenschützen entschieden.

Entschieden war dann auch das Bad Bodenteicher Turnier. Sieger wurde Klaus Mansfeld aus Issum, der damit seinen Titel aus dem vergangenen Jahr verteidigte. Bei den Damen siegte Nicole Müller aus Köln.

Nach der Siegerehrung traten die Teilnehmer noch zu einem Schauwettkampf in Gewandung an, schossen aus wenigen Metern in verschiedenen Disziplinen auf die Scheiben und zeigten dem Publikum ihre beachtenswerten Schießkünste. Am Abend zuvor hatte es bereits bei Fackelschein ein interessantes Nachtschießen gegeben: Beim traditionellen Bodenteicher Apfelschuss galt es, den besten Nachtbogenschützen zu ermitteln. Im dritten Durchgang durchbohrte der Pfeil von Markus Denker aus Reitland in der Wesermarsch den Apfel. Für den neuen „Wilhelm Tell“ war es die erste Teilnahme.

Von Ulrich Bleuel

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