Ausschuss empfiehlt neue Grundschul-Form in Bad Bodenteich, Wieren und Wrestedt ab Sommer 2018

Ja zur offenen Ganztagsbetreuung

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In den drei Grundschulen der Samtgemeinde Aue soll es vom Schuljahr 2018/19 an eine freiwillige Nachmittagsbetreuung geben. Das hat jetzt der Schulausschuss empfohlen.

Bad Bodenteich/Wieren/Wrestedt. Seit langer Zeit diskutieren die politischen Gremien in der Samtgemeinde Aue darüber, jetzt hat der Schulausschuss wichtige Weichen gestellt.

Einstimmig empfahl er, zum Sommer 2018 offene Ganztagsgrundschulen an allen drei Standorten in der Samtgemeinde einzuführen: in Bad Bodenteich, Wieren und Wrestedt. Darüber entscheidet demnächst der nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss.

Sylvia Meier

Die offene Form bedeutet, dass die Schulen montags bis donnerstags an bis zu vier Nachmittagen ein Betreuungsangebot für die Grundschüler anbieten können. Die Teilnahme ist für alle Kinder freiwillig. Nachmittags stehen beispielsweise Hausaufgaben-Hilfen und Freizeitangebote durch Vereine, Feuerwehren oder ehrenamtliche Helfer an. Keine Mehrheit gab es im Ausschuss indes für das Alternativmodell einer teilgebundenen Ganztagsschule. Bei dieser wäre die Nachmittagsbetreuung verpflichtend und Teile des Unterrichts könnten in die Zeit nach dem Mittagessen verlagert werden.

Wrestedts Grundschulleiterin Annette Schneider machte deutlich, dass sie die teilgebundene Form favorisiert. „Dadurch bekommt die Schule vormittags mehr Luft und am Nachmittag mehr Unterrichtszeit“, erklärte sie. Außerdem habe sich bei einer Umfrage in Wrestedt die Mehrheit der Eltern für diese Schulform ausgesprochen.

Birgit Zaulick

Auch Ursula Karfeld, Leiterin der Grundschule Bad Bodenteich, betonte: „Mein pädagogisches Herz schlägt für die teilgebundene Schule.“ Ebenso wie Schneider kann sie aber den Wunsch vieler Eltern nach einer freiwilligen Nachmittagsbetreuung verstehen. Daher unterstützten die beiden Schulleiterinnen letztlich die offene Schulform. Damit entsprachen sie auch dem Elternwillen in Wieren, wo es laut einer Umfrage eine deutliche Mehrheit für die offene Ganztagsschule gibt. „Die teilgebundene Form verunsichert die Eltern, weil sie an bestimmten Tagen zu etwas gezwungen würden“, gab Schulleiter Wolfgang Hadel zu bedenken. Das könnte aus seiner Sicht die Akzeptanz von Ganztagsgrundschulen gefährden.

Das sah der Schulausschuss genauso. Er schlug vor, ab dem Schuljahr 2018/19 an vier Nachmittagen in der Woche mit der offenen Form zu beginnen. In einigen Jahren könnte bei entsprechender Resonanz durch die Eltern daraus möglicherweise eine teilgebundene Form werden.

„Es gibt viele Eltern, die am Nachmittag gerne gemeinsame Zeit mit ihrem Kind verbringen wollen. Sie würden bei einer teilgebundenen Form entmündigt“, warb Sylvia Meier (SPD) für die offene Ganztagsschule. Dem pflichtete Birgit Zaulick (CDU) bei. „Ich bin dafür, die Flexibilität zu erhalten, damit Eltern, die sich selbst um ihre Kinder kümmern wollen, die Möglichkeit dazu bekommen“, sagte sie. Jetzt warten alle gespannt auf das Votum des Samtgemeindeausschusses.

Von Bernd Schossadowski

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