Von Ökofreaks zu Pionieren

Bad Bodenteicher Firma Werkhaus feierte gestern 25-jähriges Bestehen

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Bei einem Werksrundgang erläuterten Geschäftsführerin Eva Danneberg und ihr Ehemann Holger (rechts) den Gästen der Jubiläumsfeier die Produkte der Bad Bodenteicher Firma Werkhaus. Warenpräsentationssysteme nehmen dabei breiten Raum ein.

Bad Bodenteich. „Geduld, gepaart mit Glück“, so beschrieb Firmengründer Holger Danneberg gestern das Erfolgsrezept der Werkhaus Design und Produktion GmbH.

Das Unternehmen aus Bad Bodenteich, das unter anderem Spielzeug sowie innovatives Mobiliar für Büros und Zuhause herstellt, feierte sein 25-jähriges Bestehen mit einem Empfang für geladene Gäste aus dem öffentlichen Leben.

Dabei erinnerte Holger Danneberg an die Anfänge von Werkhaus im Jahr 1992. „Wir sind damals mit unseren Produkten auf internationale Messen gegangen, unter anderem nach Amsterdam. Denn in Deutschland waren alle Messen ausgebucht“, schilderte er. Mit seiner digitalen Produktion sei das Unternehmen schon vor 25 Jahren seiner Zeit voraus gewesen. Beispielsweise wurden Produkte per Computer entworfen. Werkhaus habe zudem schon immer ein ausgeprägtes soziales und ökologisches Bewusstsein gehabt. „Damals waren wir Ökofreaks, jetzt sind wir Nachhaltigkeitspioniere“, sagte Danneberg scherzhaft.

Angefangen hatte die Produktion in Groß Thondorf, später wechselte sie nach Molbath. Seit 1999 ist die Firma in Bad Bodenteich beheimatet. Hinzu kommen ein Versandstandort in Wittingen, ein Entwicklungszentrum für die neue Möbellinie in Lüchow und acht Läden.

„Hier in Bad Bodenteich geschieht alles vor Ort: von der Produktentwicklung bis zum Vertrieb“, erklärte Geschäftsführerin Eva Danneberg. Inzwischen habe Werkhaus 170 feste Mitarbeiter und mehrere Aushilfen. Das Unternehmen stelle sich seiner sozialen Verantwortung, denn unter den Beschäftigten seien 19 Auszubildende und 20 Mitarbeiter mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen.

„Seit den 1990er Jahren haben wir auch zahlreiche Flüchtlinge aus dem Nahen Osten bei uns beschäftigt“, berichtete Eva Danneberg im AZ-Gespräch. Zum Teil seien diese Mitarbeiter schon seit 24 Jahren dabei. „Aktuell beschäftigen wir auch einen syrischen Flüchtling in der Produktion“, erklärte die Geschäftsführerin. Darüber hinaus hat sie zusammen mit ihrem Ehemann kürzlich das Bad Bodenteicher Bahnhofsgebäude gekauft (AZ berichtete). „Dort wollen wir Mitarbeiterwohnungen und eventuell einen Schulungsraum einrichten“, kündigte Holger Danneberg an.

„Ich bin froh und stolz, dass wir so ein Unternehmen im Landkreis Uelzen haben“, sagte Landrat Dr. Heiko Blume in seinen Grußworten. Zugleich lobte er, dass die Firma der hiesigen Region treu geblieben sei. Das betonte auch Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Immer wenn er im Ausland Werkhaus-Produkte sehe, fühle er sich an den Kreis Uelzen erinnert. „Werkhaus ist für mich ein Stück Heimat“, sagte Nowak. „Ich hoffe, dass es die Firma noch lange Jahre geben wird.“

Von Bernd Schossadowski

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