Fortschritte der Vorbereitungen sind erkennbar / Ortsmitte steht vor großer Veränderung

Niedersachsenhof vor dem Abriss

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Die letzten Tage eines geschichtsträchtigen Gebäudes: Der Niedersachsenhof in Bad Bodenteich wird dem Bauvorhaben eines Investors weichen.

Bad Bodenteich. Die letzten Tage des Niedersachsenhofes an der Neustädter Straße in Bad Bodenteich sind eingeläutet. Wer täglich die Ortsmitte des Kurfleckens passiert, kann den Stand der Vorbereitungen auf den Abriss des alten Klinkerbaus aus dem 19. Jahrhundert verfolgen.

Ein Bauzaun umgibt das Gelände, auf dem künftig die Kunden eines neu entstehenden Lebensmitteldiscounters parken sollen, schon seit längerem. Die Arbeiten gingen jedoch zunächst nur im Inneren des Gebäudes von statten, etwa das Abmontieren der Heizkörper. In den vergangenen Tagen wurden die Veränderungen aber auch von außen sichtbar. „Man ist dabei, die Fenster auszubauen“, berichtet Bürgermeister Edgar Staßar von einer Stippvisite. Auch sein Vorgänger Claus-Dieter Reese behält die Fortschritte in Bad Bodenteichs Ortsmitte im Auge: Gestern wurde er Zeuge, wie sich die Baufirma den Elektro- und Gasleitungen widmete. „Wahrscheinlich in den nächsten Tagen“, so schätzt Reese, rückt man auch der Hausfassade zu Leibe.

Wie dem ehemaligen Gastronomiebetrieb wird es auch dem Nachbargebäude ergehen, in dem noch bis Mitte dieses Monats ein Foto- und EDV-Geschäft zu finden war. Die beiden Grundstücke und eine dahinter liegende Fläche wurden von der Unternehmensgruppe Ratisbona erworben, die als Bauträger für verschiedene Geschäftsketten fungiert. Im Falle Bad Bodenteichs wird der Lebensmittel-Discounter „Netto“ das neu entstehende Gebäude im hinteren Bereich beziehen, die davor liegende Fläche soll als Parkplatz genutzt werden.

Die damit verbundene Veränderung des Erscheinungsbildes im Ort sorgte bis zuletzt für Kritik. Auch die Frage, inwiefern überhaupt Bedarf für ein weiteres Lebensmittelgeschäft besteht, wurde in diesem Zusammenhang diskutiert. Insbesondere der Verlust des traditionsreichen Niedersachsenhofes wurde von einigen Bürgern bedauert. Der Verkauf an einen Investor war für die Besitzer – eine Erbengemeinschaft, denen Haus und Grundstück nach dem Tod der ehemaligen Betreiberin im vergangenen Jahr vermacht worden war – allerdings die beste Lösung. Denn zu einer weiteren Bewirtschaftung des Niedersachsenhofes oder dessen Sanierung sahen sie sich finanziell nicht in der Lage.

Von Karsten Tenbrink

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