Studie für Bad Bodenteicher BGS-Gelände liegt jetzt vor

Neues Leben für alte Kaserne gesucht

Das BGS-Gelände in Bad Bodenteich dient als Unterkunft für die Polizisten während der Castor-Transporte nach Gorleben. Foto: Ph. Schulze

Bad Bodenteich. An Interessenten, die dem Flecken Bad Bodenteich ausgefallene Ideen für das ehemalige BGS-Gelände vorstellten, mangelte es in den vergangenen Jahren nicht.

„Es gab den Vorschlag, den Kanal aufzubrechen und einen Hafen zu bauen, ein Sportzentrum oder ein Schwimmbad zu errichten oder einen Ferienpark zu erstellen“, weiß Bürgermeister Edgar Staßar. Allerdings war letztlich keiner von ihnen in der Lage, die Verwirklichung seiner Pläne zu finanzieren. So kehrt immer nur für wenige Wochen im Jahr Leben in die ehemalige BGS-Kaserne in Bad Bodenteich ein – wenn die Castor- Transporte nach Gorleben anstehen. Denn dann dient die Kaserne Polizisten während der Einsätze als Unterkunft.

Mit dem Ziel, auch andere geeignete Nachnutzungsmöglichkeiten zu erschließen, kamen der Flecken als zuständiger Planungsträger und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Eigentümerin im Jahr 2010 überein, für die Liegenschaft eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen. Damit beauftragte die BImA Anfang dieses Jahres nach vorangegangener Ausschreibung die BulwienGesa AG. Die Studie liegt inzwischen vor. „Es geht auch um Arbeitsplätze für unsere Region“, sagt Staßar.

Nach intensiver Diskussion der Chancen und Risiken sowie der darin aufgezeigten nutzungsorientierten und planerischen Handlungsempfehlungen verständigten sich Flecken und BImA kürzlich darauf, dass die BImA im Frühjahr 2012 für den bebauten Teil der Liegenschaft ein Interessenbekundungsverfahren einleitet. Investoren sollen in diesem Verfahren aufgefordert werden, auf die Bereiche Bildung, Erholung, Tourismus, Freizeit und Sport eingegrenzte Nutzungskonzepte beziehungsweise ein Nachnutzungskonzept „Green- Park“ mit den Themen „Regenerative Energieerzeugung“, „Nachhaltige Produktion“ „Kleinteiliger Öko-, Gesundheits- und Fahrrad-Tourismus“ sowie „Fort- und Ausbildungszentrum“ zu entwickeln. „Alle eingereichten Konzepte werden in Abstimmung mit dem Flecken auf Schlüssigkeit und Realisierbarkeit untersucht, und im Ergebnis dessen das weitere Verfahren abgestimmt“, erklärt Norbert Apelt von der BImA.

Eine Vermarktung des unbebauten ehemaligen Übungsplatzes und des ehemaligen Schießstandes für gewerbliche oder sonstige intensive Nutzungen wird – auch darüber besteht Einvernehmen zwischen Flecken Bad Bodenteich und BImA – nicht länger angestrebt. Dieser Teil der Liegenschaft wird für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Zusammenhang mit der geplanten A 39 vorgehalten.

Von Jörn Nolting

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