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Neues Großfahrzeug für Bodenteicher Feuerwehr: Etat-Ansatz von 500.000 Euro

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Von: Bernd Schossadowski

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Die Feuerwehr löscht eine brennende Scheune in Häcklingen.
Einsatz für die Feuerwehr Bodenteich: Im März 2022 wurde diese brennende Scheune in Häcklingen gelöscht. Jetzt wurde über die Ersatzbeschaffung eines Fahrzeugs der Wehr diskutiert. © Privat

Der Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde Aue hat sich einstimmig für die Anschaffung eines neuen Großfahrzeugs für die Bodenteicher Wehr ausgesprochen. Dafür sollen 500.000 Euro in den Haushalt eingestellt werden.

Bad Bodenteich – Lange Lieferzeiten und steigende Preise: Die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen wird für die Städte und Gemeinden immer mehr zu einer Herkulesaufgabe. Jetzt hat der Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde Aue die Weichen für die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs gestellt. Einstimmig empfahl das Gremium, dafür 500 000 Euro in den Haushalt einzustellen.

Das Fahrzeug ist – zumindest auf dem Papier – für die Freiwillige Feuerwehr Bodenteich vorgesehen. Diese hat-te die Beschaffung eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs 20 beantragt, das das im Jahr 1999 erworbene Löschfahrzeug 16/12 ersetzen soll. Doch noch ist unklar, ob dieses dann tatsächlich an die Bodenteicher oder alternativ an eine andere Feuerwehr aus der Samtgemeinde übergeben wird und ob es auch dieser Fahrzeugtyp wird. „Das wird sich zeigen, wenn der neue Brandschutzbedarfsplan das auch so vorsieht“, erklärte Heiko Gonsior, bei der Samtgemeinde Aue zuständig für Feuerwehrangelegenheiten, in der Ausschuss-Sitzung. Der Bedarfsplan wird derzeit überarbeitet. Die neue Version soll, so Gonsiors Hoffnung, bis Ende des Jahres vorliegen.

Wichtig sei, erst einmal Mittel für ein neues Großfahrzeug im Haushalt einzuplanen, erklärte er. Denn von der Ausschreibung bis zur Auslieferung sei es ein langer Weg. „Die Lieferzeiten betragen etwa 36 Monate. Das große Manko ist: Es kommen keine Fahrgestelle“, bedauerte Gonsior. Um eine Verzögerung zu verhindern, sollen bereits für 2023 Haushaltsmittel für eine Ersatzbeschaffung bereitgestellt werden.

Ob die angesetzten 500 000 Euro ausreichen werden, sei jedoch unklar. Dabei handele es sich nur um eine grobe Kalkulation, so Gonsior. Es müsse abgewartet werden, was bei der Ausschreibung herauskomme. Mit Blick auf die Kosten gab Gonsior zu: „Das ist ein großer Schluck aus der Pulle. Die Preise gehen nach oben.“

Die Verwaltung schlug vor, die Mittel in zwei Schritten in den Haushalt einzustellen. Für 2023 sind 250 000 Euro für die Beschaffung des Fahrgestells vorgesehen, für 2025 oder 2026 weitere 250 000 Euro für den Aufbau des Fahrzeugs. Dem stimmte der Ausschuss geschlossen zu. Das letzte Wort hat jetzt der Samtgemeinderat.

Doch trotz des Antrags der Wehr ist die geplante Anschaffung möglicherweise gar nicht erforderlich. „Die Feuerwehr Bodenteich sieht zurzeit keinen Bedarf für dieses Fahrzeug“, sagte der stellvertretende Ortsbrandmeister Jens Ulrich, der die Sitzung als Zuhörer verfolgte. „Ein neuer Einsatzleitwagen ist für uns viel wichtiger.“ Diesen habe die Wehr schon seit mehreren Jahren beantragt, aber bis heute noch keine Rückmeldung von Politik und Verwaltung bekommen.

Ihren aktuellen Einsatzleitwagen (ELW) habe die Bodenteicher Wehr im Jahr 2000 gebraucht gekauft, berichtete Ulrich im AZ-Gespräch. Aus seiner Sicht müsste das Fahrzeug dringend erneuert werden. „Das Auto ist nicht mehr das jüngste. Es pfeift aus dem letzten Loch“, lautete sein Fazit. „Die ELW-Beschaffung ist noch auf der To-Do-Liste. Wir warten ab, was der Brandschutzbedarfsplan aussagt“, antwortete Samtgemeindebürgermeister Michael Müller. Im Übrigen sei der ELW noch einsatzfähig.

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