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Neubau der Seepark-Klinik wird um viele Millionen Euro teurer

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Von: Bernd Schossadowski

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Arbeiter werkeln auf der Baustelle am Neubau der Klinik.
Der Neubau der Klinik für Akutpsychosomatik neben der Bad Bodenteicher Seepark-Klinik schreitet voran, wird aber deutlich teurer als ursprünglich kalkuliert. © Bernd Schossadowski

Der Bau der neuen Klinik für Akutpsychosomatik neben der Bad Bodenteicher Seepark-Klinik schreitet voran. Doch jetzt steht fest: Das mit etwa 35 Millionen Euro veranschlagte Projekt wird um mindestens 30 Prozent teurer. Das Land Niedersachsen muss nun entscheiden, ob es seine Förderung für den Neubau erhöht.

Bad Bodenteich – Bauteile schweben aus luftiger Höhe von zwei Kränen hinab. Arbeiter hämmern, bohren und schleifen. Bagger und Rüttelmaschinen sind dröhnend am Werk. Vier Monate nach dem ersten Spatenstich herrscht auf der Baustelle neben der Bad Bodenteicher Seepark-Klinik Hochbetrieb. Dort wird gerade der Erweiterungsbau der neuen Klinik für Akutpsychosomatik errichtet. „Es geht hier Schlag auf Schlag“, sagt Klinik-Geschäftsführer Ulrich Fernim jetzt im AZ-Gespräch.

Der Neubau besteht aus zwei Gebäudeteilen mit jeweils einem Innenhof, die durch einen Zwischentrakt verbunden werden. In einem der Teile wurde bereits die Zwischendecke zur ersten Etage eingezogen. „Der Rohbau wird im Februar oder März 2023 fertiggestellt sein. Wir sind da voll im Zeitplan, es gibt keine Verzögerungen“, erklärt Fernim. Der Abschluss der Arbeiten werde für Ende 2024 angepeilt.

Wie berichtet, werden in dem Neubau 100 Patientenbetten geschaffen. Außerdem will der Mediclin-Konzern als Träger der Seepark-Klinik 60 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. „Dieses Haus, das wir gerade bauen, ist einzigartig in Deutschland für die Versorgung von essgestörten Menschen“, betont Fernim.

Insgesamt 27 Millionen Euro hat das Land Niedersachsen als Förderung für den Erweiterungsbau genehmigt. Weitere 7,7 Millionen steuert die Klinik als Eigenanteil bei. „Für die Entwicklung der Region ist das ein ganz wichtiger Impulsgeber“, lobt der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer den Neubau.

Doch in seine Freude mischt sich auch Ungewissheit. Denn die Ausschreibung der Rohbau-Arbeiten hat ergeben, dass die tatsächlichen Kosten um mindestens 30 Prozent über den 2018 kalkulierten Ansätzen liegen. Die Gründe sind der allgemeine Preisanstieg in der Baubranche, die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg. Möglicherweise wird die Kostensteigerung bei den folgenden Gewerken des Innenausbaus noch viel höher ausfallen.

Hillmer und Fernim hoffen, dass das Land die über den Anteil von 27 Millionen Euro hinausgehenden Kosten übernehmen wird. „Dafür gibt es aber noch keine Zusage“, erklärt Hillmer. Die Förderquote des Landes von 90 Prozent beziehe sich auf die ursprünglich kalkulierten Gesamtkosten, nicht auf den jetzt entstandenen erhöhten Finanzbedarf. Klar ist aber auch, dass der Mediclin-Konzern seinen Eigenanteil für den Klinik-Neubau ebenfalls aufstocken müsste.

Die Entscheidung, ob das Land weitere Mittel bereitstellt, werde in der Sitzung des Krankenhaus-Planungsausschusses im November fallen, kündigt Hillmer an. Er wolle jetzt im niedersächsischen Sozialministerium, das die Beschlussvorlage in den Ausschuss einbringen wird, für eine Erhöhung der Landesförderung werben. Zuvor müsse die Seepark-Klinik aber belastbare Zahlen zu den Gesamtkosten vorlegen.

„Bevor weitere Gewerke ausgeschrieben werden können, brauchen wir Klarheit darüber, wer welchen Kostenanteil zahlt“, sagt Hillmer. „Niemand hat ein Interesse daran, dass sich der Bau verzögert, denn der Bedarf an Betreuungsplätzen ist enorm. Die Klinik hat eine sehr lange Warteliste.“

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