Fachausschuss begrüßt geplante Waldgruppe der Kita Bad Bodenteich, fordert aber ein Kostenkonzept

Natur pur, doch zu welchem Preis?

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In einem Waldkindergarten – hier ein Symbolbild – erleben die Mädchen und Jungen die Natur hautnah. Das gebe ihnen wichtige Impulse, ist die Kindertagesstätte Bad Bodenteich überzeugt. Deshalb möchte sie zum 1. August eine Waldgruppe einrichten. 

Bad Bodenteich. „Dieser Ansatz ist ganz sinnvoll und richtig“, sagte Herbert Rathje (SPD). „Vom pädagogischen Wert gibt es gar keine Debatten“, meinte auch Horst-Michael Hintze (WGA). „Ich halte das für eine gute Idee“, pflichtete Max Lemm (CDU) ihm bei.

Einhellig begrüßten die Mitglieder des Jugend- und Sportausschusses der Samtgemeinde Aue den Wunsch der Kindertagesstätte Bad Bodenteich, zum 1. August eine Waldgruppe mit 15 Vormittagsplätzen einzurichten.

Wie berichtet, möchte die Kita damit einen Kontrapunkt zur Reizüberflutung der Kinder schaffen. Bei der zweimal im Jahr angebotenen Waldwoche habe sich gezeigt, dass viele Kinder dadurch zufriedener und entspannter geworden seien, berichtete Kita-Leiterin Petra Friedrichs. „Diese Woche löst immer wieder Begeisterung bei den Kindern aus“, sagte sie. Zudem will die Kita mit der Waldgruppe dem Wunsch berufstätiger Eltern nach Vormittagsbetreuung ihrer Kinder nachkommen.

Obwohl der Ausschuss dieses Vorhaben grundsätzlich unterstützt, war er sich auch einig, dass die Folgekosten nicht aus dem Blick verloren werden dürfen. „Ich bitte zu bedenken, dass wir unseren Haushalt bis zum Letzten ausgequetscht haben. Wir gehen auf dem Zahnfleisch“, sagte Samtgemeindebürgermeister Michael Müller. Er rechnet mit einmaligen Anschaffungskosten von 5000 Euro für einen Bauwagen und von 2000 Euro für Ausstattungsgegenstände. Noch sei aber unklar, welche zusätzlichen Ausgaben auf die Samtgemeinde zukämen, etwa für die Pacht der Waldfläche und für mobile Toiletten. Diese Kosten möge die evangelisch-lutherische Kirche als Trägerin der Kita einmal zusammenstellen, bat Müller.

Der Finanzierungsplan für die Waldgruppe liege noch nicht vor, werde aber für die nächste Sitzung des Ausschusses vorbereitet, kündigte Dorothee Drewes, stellvertretende Leiterin des Kirchenkreisamtes Uelzen, an. Es müsse noch geklärt werden, ob die Betreuung bis 13 Uhr dauern soll oder ob eine Sonderöffnungszeit bis 14.30 Uhr eingerichtet wird. „Es ist nicht auszuschließen, dass zusätzliche Personalstunden notwendig werden“, sagte Drewes.

Entscheidend ist für den Ausschuss auch die Frage, wo die Waldgruppe untergebracht wird. „Wir haben Kontakt zur Eigentümerin des Waldstücks am ,Knick‘ aufgenommen. Das ist aber ein Urwald, der sich nicht eignet“, meinte Gerhard Schweitzer, Mitarbeiter der Samtgemeindeverwaltung. Möglicherweise könnte der Realverband Forstinteressentenschaft Bodenteich eine Fläche im Waldgebiet Osterberge zur Verfügung stellen, so Schweitzer.

Letztlich verständigte sich der Ausschuss darauf, dass dieses Thema im nichtöffentlichen Samtgemeindeausschuss beraten werden soll, sobald die Kita das Finanzierungskonzept für die geplante Waldgruppe vorgelegt hat.

Von Bernd Schossadowski

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