Kritik am Zustand von Barfußpfad und Robin-Hood-Castell

Morsche Bretter und kaputte Schindeln in den Bad Bodenteicher Seewiesen

Werner Hilmer und Hans-Joachim Kogerup stehen vor dem Eingang des Robin-Hood-Castells in Bad Bodenteich.
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Werner Hilmer (links) und Hans-Joachim Kogerup stehen vor dem Eingang des Robin-Hood-Castells in Bad Bodenteich. Teile der Anlage und des benachbarten Barfußpfades sind in einem schlechten Zustand.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Die hölzerne Umrandung des Barfußpfades in den Bad Bodenteicher Seewiesen ist zum Teil marode. Auch das benachbarte Robin-Hood-Castell weist zahlreiche Mängel auf. Am Zustand dieser beiden touristischen Angebote wird jetzt Kritik laut.

Bad Bodenteich – Robin Hood würde sich die Haare raufen, wenn sein Geist den Sherwood Forest verlassen und einen Abstecher in die Bad Bodenteicher Seewiesen machen würde. Denn Teile des Robin-Hood-Castells und des benachbarten Barfußpfades sind in einem desolaten Zustand. „Die ganze Anlage ist total im Eimer. Ich schäme mich für Bad Bodenteich“, kritisierte Zuhörer Hans-Joachim Kogerup in der jüngsten Ratssitzung.

Zusammen mit Werner Hilmer alias „Werner von Bodendike“ bietet Kogerup historische Führungen im Ort und Veranstaltungen für AGIL, das Büro für angewandte Archäologie, im Castell an. Auf dem Programm stehen unter anderem Bogenschießen, Dreule bohren, Fladenbrot backen, Feuer machen, Spiel-Aktionen sowie die Erkundung des Barfußpfades.

Doch die baulichen Mängel, die im Verlauf der Jahre entstanden sind, fallen sofort ins Auge. So ist die hölzerne Einfassung des Barfußpfades an vielen Stellen völlig morsch oder fehlt ganz. „Das ist wirklich schade, denn der Pfad wird viel von Besuchern frequentiert“, sagt Hilmer.

Als „großes Ärgernis“ bezeichnet Kogerup den Zustand der Handpumpe in den Seewiesen, mit dessen Wasser die Nutzer des Barfußpfades sich hinterher die Füße waschen können. „Die Pumpe wurde abgebaut, weil Randalierer sie mutwillig zerstört haben“, berichtet Hilmer. Er wünscht sich, dass der Flecken dort Abhilfe schafft und eine neue Pumpe installiert.

Dringender Handlungsbedarf herrscht nach Ansicht von Hilmer und Kogerup auch im Robin-Hood-Castell. Der Schuppen, in dem die Gerätschaften für die Aktivitäten von AGIL gelagert sind, sei „vollkommen hin“, bemängelt Kogerup. Die Holzschindeln auf dem Turm des Schuppens sind vermoost, wackelig und zum Teil sogar abgerissen. Das fällt natürlich auch den Besuchern ins Auge. „Die Leute sagen dann zu uns: Da könnt ihr ja mal was machen“, erzählt Kogerup.

Richtig gefährlich könnte es im Klettergerüst des Castells werden, befürchten Hilmer und Kogerup. Dort können die Besucher mithilfe einer Kurbel einen schweren Stein an einem Seil nach oben befördern und ihn anschließend fallen lassen. Doch der Drahtzaun, der dort zum Schutz errichtet wurde, ist an einigen Stellen lose. Spielend leicht könnten Kinder dort hineinklettern und von dem herabfallenden Stein verletzt werden.

Hilmer und Kogerup betonen, dass sie ihre Kritik nicht im Namen von AGIL, sondern als rein private Meinung äußern. Keineswegs wollen sie damit den Flecken oder die Kurverwaltung anschwärzen. „Im Gegenteil: Wir wollen sie unterstützen, damit hier etwas passiert“, sagt Hilmer. „Wir möchten Bad Bodenteich nach vorne bringen, wir machen diese Aktivitäten wirklich gerne“, bestätigt Kogerup mit Blick auf die historischen Führungen und die Angebote in den Seewiesen. Es gehe darum, Politik und Verwaltung aufzurütteln.

Die Botschaft sei bei der Verwaltung angekommen, erklärt Bad Bodenteichs Gemeindedirektor Michael Müller im AZ-Gespräch. Und er verspricht: „Wir werden da aktiv werden.“ Mit dem Büro AGIL seien bereits Gespräche geführt worden, um eine rasche und kostengünstige Lösung zu finden, denn „die finanzielle Ausstattung des Fleckens ist nicht so berauschend“. Daher sei die Erneuerung der hölzernen Umrandung des Barfußpfades auch zurückgestellt worden. Doch Müller betont: „Bis zum Beginn der neuen Saison müssen die Mängel im Groben behoben werden.“

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