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Modernste Technik für die neue Kita in Bad Bodenteich

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Von: Bernd Schossadowski

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Die Grafik zeigt den Entwurf den neuen Kita-Gebäudes.
So soll das neue Kita-Gebäude in Bad Bodenteich aussehen. © Fischer Martens Behn Architekten

Sole-Wasser-Wärmepumpe, dezentrale Lüftung und Photovoltaik-Anlage: Die geplante neue Kita in Bad Bodenteich soll nach dem Willen des Bauausschusses der Samtgemeinde Aue mit modernster Technik ausgestattet werden.

Bad Bodenteich – Beim Bau der neuen Kita in Bad Bodenteich sollen alternative technische Anlagen installiert werden. Dafür hat sich jetzt der Bauausschuss der Samtgemeinde Aue ausgesprochen. So sollen in dem Gebäude, das im Bereich der Skateranlage an der Burgstraße entstehen wird, eine moderne Sole-Wasser-Wärmepumpe, eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine Photovoltaik-Anlage eingebaut werden.

Wie berichtet, wird der Massivbau zwei Krippengruppen mit je 15 Plätzen und eine Kindergartengruppe mit 25 Plätzen beherbergen. Als Alternative zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe stellte Bernd Jaernecke vom beauftragten Ingenieurbüro eine Sole-Wasser-Wärmepumpe vor. Bei dieser wird die Energie aus dem Grundwasser gewonnen. Eine solche Anlage habe einen höheren Wirkungsgrad, verbrauche weniger Strom und sei in der Anschaffung preisgünstiger als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, berichtete Jaernecke.

Im Gegenzug seien dafür aber Sondenbohrungen im Erdreich erforderlich, was die Kosten erhöhe. Unter dem Strich sei eine Sole-Wasser-Wärmepumpe daher 21 000 Euro teurer, erklärte Jörn Schöttle, technischer Angestellter bei der Samtgemeinde. Für diese Art der Wärmegewinnung könne man jedoch Fördermittel des Bundes beantragen. Die erwartete Strom-Einsparung eingerechnet, reduziere sich der Mehraufwand einer Sole-Wasser-Wärmepumpe gegenüber der konventionellen Variante letztlich deutlich.

Das überzeugte den Ausschuss. Dieser empfahl auch den Einbau einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für die Gruppen- und Schlafräume der neuen Kita. Der Vorteil dieser Technik: Zum Lüften müssen nicht die Fenster geöffnet werden. Der Wärmeverlust wird dadurch verringert. Ein Sensor erkennt, wenn der CO2-Schwellenwert überschritten wird, und schaltet die Lüftung automatisch ein.

Außerdem kann die Leistung der Wärmepumpe bei einer zentralen Lüftung reduziert werden, was Energie spart. Jedoch kostet eine solche Anlage 62 000 Euro, ein dezentrales Lüftungssystem hingegen nur 43 000 Euro. Durch den geringeren Wärmeverlust lasse sich über einen Zeitraum von 25 Jahren aber ein Großteil der Anschaffungskosten refinanzieren, rechnete Schöttle vor.

Einig war sich der Ausschuss auch, dass auf dem Dach der neuen Kita eine Photovoltaik-Anlage installiert werden soll. Sie würde netto etwa 36 500 Euro kosten und 13 000 Kilowattstunden Strom für den Eigenverbrauch sowie 10 000 Kilowattstunden Überschuss zur Einspeisung ins Netz erzeugen.

In diesem Zusammenhang gab Samtgemeindebürgermeister Michael Müller aber zu bedenken, dass die Sole-Wasser-Wärmepumpe, die zentrale Lüftung und die Photovoltaik-Anlage zu Mehrausgaben führen werden. Diese würden den vom Samtgemeinderat vorgegebenen Kostenrahmen für den Kita-Neubau von maximal 2,3 Millionen Euro deutlich überschreiten.

„Photovoltaik ist auf lange Sicht positiv zu bewerten, weil Strom immer teurer wird. Man spart damit vielleicht mehr Geld, als man jetzt denkt“, ist Dr. Birgit Janßen (Grüne) überzeugt. Das sah Jan-Hinrich Lüdemann (FDP) genauso. „So eine Anlage trägt sich doch von selber“, meinte er. Ekkehard Bombeck (Grüne) wies auf die stetig steigenden Energiepreise hin: „Ein öffentliches Gebäude ohne eine Photovoltaik-Anlage zu bauen, das kann man keinem mehr verkaufen.“ Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat nun der nicht öffentlich tagende Samtgemeindeausschuss.

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