Beschluss des Samtgemeindeausschusses

Mehr Spielraum für Bad Bodenteicher Waldbad: Zuschussbedarf wird von 80.000 auf 100.000 Euro erhöht

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Das Bad Bodenteicher Waldbad hat 2018 ein Rekordergebnis erzielt. Um das Bad langfristig zu erhalten, beantragte die CDU/WGA/FDP-Mehrheitsgruppe nun, den jährlichen Zuschussbedarf auf 100. 000 Euro zu erhöhen.

Bad Bodenteich – Schon seit Jahren wird in der Samtgemeinde Aue über die Zukunft des defizitären Bad Bodenteicher Waldbades diskutiert.

Jetzt hat die CDU/WGA/FDP-Gruppe in der nichtöffentlichen Sitzung des Samtgemeindeausschusses einen nach eigenen Worten „zukunftsweisenden Antrag“ vorgelegt. Dieser sieht vor, das Waldbad langfristig zu erhalten, indem der maximal zulässige Zuschussbedarf für den laufenden Betrieb von 80.000 auf 100.000 Euro erhöht wird. Der Samtgemeindeausschuss ist diesem Antrag jetzt gefolgt.

Wie berichtet, hatte das Gremium auf Vorschlag von CDU und WGA im Dezember 2016 eine Kostendeckelung des Waldbades auf 80.000 Euro pro Jahr beschlossen. Dieser Betrag war 2011 im Gebietsänderungsvertrag zur Bildung der neuen Samtgemeinde Aue festgeschrieben worden. Bei einer dauerhaften Überschreitung dieser Summe sollte die Politik noch einmal über die Zukunft des Bades beraten, hieß es. In den vergangenen Jahren hatte das Defizit meist bei 130.000 Euro oder mehr gelegen – eine hohe Belastung für die Samtgemeinde als Trägerin des Bades.

Doch 2018 schloss das Waldbad mit einem Minus von nur noch 88 000 Euro ab. „Für dieses gute Ergebnis war neben einem schönen Sommer das Engagement des Fördervereins Waldbad ausschlaggebend“, erklärt Max Lemm, Sprecher der CDU/WGA/FDP-Gruppe. So hat der Verein den Kassendienst des Bades eigenverantwortlich übernommen, ebenso die Kosten für den Reinigungsdienst, die Wasseraufsichtskräfte und die Betriebsmittel (AZ berichtete). Außerdem seien durch einen erhöhten Personaleinsatz weitere größere Einsparungen erzielt worden, lobt Lemm.

Für die am 11. Mai beginnende neue Badesaison habe der Förderverein weitere 8.500 Euro an Kostenübernahmen bereits versprochen, sodass das Jahresergebnis 2019 bei wiederum gutem Wetter weiter verbessert werden könnte, so Lemm. Somit ergebe sich ein mögliches Defizit von nur rund 80.000 Euro. „Folglich kann der Beschluss des Samtgemeindeausschusses vom Dezember 2016 als erfüllt angesehen werden“, fasst Lemm zusammen.

Mit der jetzt beantragten Erhöhung des maximalen Zuschussbedarfs auf 100.000 Euro sollen die positive Entwicklung des Fördervereins unterstützt und die gestiegenen Personalkosten sowie die Inflation berücksichtigt werden, erklärte Lemms Gruppe in ihrem Antrag.

Trotz dem Ausschuss-Votums sieht Samtgemeindebürgermeister Michael Müller aber noch rechtlichen Klärungsbedarf. „Der Gebietsänderungsvertrag ist damals von allen Kommunen unterschrieben worden, also auch von den Mitgliedsgemeinden“, erläutert er im AZ-Gespräch. Nun habe er zu prüfen, ob auch die Mitgliedsgemeinden der Erhöhung des jährlichen Zuschussbedarfs des Bades zustimmen müssen. Zur Finanzierung der zusätzlichen 20 .000 Euro müsste „notfalls die Samtgemeinde-Umlage erhöht werden“, meint der Verwaltungschef.

Er fragt sich auch, wie die pauschale Decklung der Kosten auf 100.000 Euro praktisch erfolgen soll. „Was passiert, wenn wir Mitte August feststellen, dass das Defizit bereits bei 101 000 Euro liegt?“, so Müller. Die Politik müsse daher Vorschläge zur Gegenfinanzierung machen.

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