Mehr Platz für zwei Museen?

Betreiber in Bad Bodenteich hoffen auf Zuschüsse für Museen-Ausbau

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Das Dachgeschoss der Kurverwaltung, in dem das Burgmuseum beheimatet ist, soll ausgebaut werden.

Bad Bodenteich – Sie sind Besuchermagneten auf der Burg Bodenteich: das Museum Deutsche Einheit im Brauhaus und das Burgmuseum im Obergeschoss der Kurverwaltung. Nach den Wünschen der jeweiligen ehrenamtlichen Betreiber sollen beide Einrichtungen räumlich erweitert werden.

Ein wichtiges Signal sandte jetzt der Verwaltungsausschuss des Fleckens Bad Bodenteich aus. Er unterstützte einen Antrag des örtlichen Förderkreises, Mittel für die Erweiterung des Burgmuseums in den Haushalt 2020 einzustellen. Konkret geht es darum, den Dachboden des Gebäudes auszubauen. „Dort gibt es einen großen Magazinraum, in dem man Exponate und das Gemeindearchiv unterbringen könnte“, sagt Gemeindedirektor Hendrik Kunitz im AZ-Gespräch. Bislang sind alte Akten und Sitzungsprotokolle des Fleckens in verschiedenen Gebäuden zwischengelagert, unter anderem im Rathaus in Wrestedt und im ehemaligen Rathaus in Bad Bodenteich.

Jetzt besteht die Möglichkeit, Mittel aus einem Förderprogramm des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums für den Ausbau des Dachbodens zu beantragen. „70 Prozent der Bausumme würde das Land übernehmen, 30 Prozent wäre der Eigenanteil des Fleckens“, erläutert Kunitz. Ein Architekt soll nun die Investitionskosten ermitteln. Ob der Flecken sich finanziell daran beteiligt, entscheidet letztlich der Rat. „Das Ganze wird aber nur umgesetzt, wenn sicher ist, dass es vom Land Fördermittel gibt“, sagt Kunitz.

Karl-Theodor Meyer vom Museum Deutsche Einheit in Bad Bodenteich zeigt ein Stück des Original-Grenzzauns der DDR. Meyer und seine Kollegen wünschen sich, auch den Dachboden des Brauhauses für das Museum nutzen zu können. 

Auch für das Museum Deutsche Einheit existieren Erweiterungspläne. Die Ausstellungsfläche im ersten Stock des Brauhauses ist etwa 120 Quadratmeter groß. Die ehrenamtlichen Museumskräfte um Karl-Theodor Meyer würden gerne auch den Dachboden des Brauhauses nutzen, wo ein rund 60 Quadratmeter großer Raum zur Verfügung steht.

„Man könnte dort Sonderausstellungen zeigen“, erklärt Meyer. Beispiele seien der 30. Jahrestag der Grenzöffnung in der Region, der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR, die Berlin-Blockade 1948, die Luftbrücke der West-Alliierten und Fluchtversuche aus der DDR.

Gemeinsam mit Friedhelm Schulz hat Meyer ein pädagogisches Konzept für das Museum erarbeitet. „Wir hatten auch schon die erste Schulklasse hier zu Besuch: 34 Schüler aus dem Hauptschul-Abschlussjahrgang der Oberschule Bad Bodenteich“, berichtet Meyer.

Der Flecken hat beim Landkreis Uelzen bereits Fördermittel für den Umbau des Dachgeschosses beantragt. Darüber müssen nun die Kreisgremien entscheiden. Für bauliche Maßnahmen im ersten Stock des Brauhauses hatte der Kreistag vor zwei Jahren 32 000 Euro zur Verfügung gestellt. „Wir würden uns freuen, wenn es eine weitere Förderung in ähnlicher oder gleicher Höhe geben würde“, sagt Kunitz.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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