Kein Platz mehr im Heerlager in den Seewiesen

Bodenteicher Burgspektakel: Mehr Mittelalter geht nicht

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Märchenhafte Wesen aus dem Anderland vor der Burg: Das Bodenteicher Burgspektakel bietet am Wochenende drei Tage Mittelalter für alle Sinne.

Bad Bodenteich. Es ist die Zeit um 1450. Eine mittelalterliche Welt legt sich am Wochenende für drei Tage über das ebenso alte Burggelände in Bad Bodenteich.

Die Pest ist die Geißel des Mittelalters. Beim Pestzug darf auch der Kreuzträger nicht fehlen.

Das Burgspektakel der „Fogelvreien“ unterhält mit einer Zeitreise und bester Kurtzweyl, lässt die Besucher das Mittelalter mit allen Sinnen erleben. „Verneigt eure Häupter vor den Honorationen der Stadt“, verkündet lautstark der Magister von Winterfeld das Kommen der hohen Herren. Ritter Kay bittet Burgvogt Torsten Nowotny, seine Auserwählte zur Frau nehmen zu dürfen. Vor dem gesamten Volk macht er seiner Heike einen Heiratsantrag, den diese sichtlich bewegt annimmt. Auf dem mittelalterlichen Markt haben sich derweil rund drei Dutzend Handwerker, Krämer, Garbräter und Tavernenwirte eingefunden. Für mittelalterliche Lebenslust sorgt auch das Spiel der Gaukler und Musik aus dem Mittelalter. Jeweils zur vierten Stund nach Mittag zeigen die Marktleute historische Tänze.

Hier wird es handgreiflich: Die Kämpen von „Hartigo“ beim spektakulären Schaukampf.

Auf den Seewiesen dehnt sich ein riesiges Heerlager aus, das längst die vorhandenen Kapazitäten erreicht hat. Mehr geht nach Angaben der Veranstalter nicht mehr. Hochedle Ritter, Edeldamen, Knappen und Kriegsknechte treiben sich zwischen den Zelten herum und geben Einblicke in das Reisen und Campieren des Mittelalters und das vielschichtige Lagerleben der eisernen Zunft. Vielbeachtete Ritterkämpfe aus der Gotik zeigten Kämpen aus der Tschechei, die sich „Hartigo“ nennen. Mit Einbruch der Dunkelheit zieht die Pest durch die Stadt. Verzweifelte Rufe: „Rette sich, wer noch laufen kann und leben will!“ Ein Kind „stirbt“ vor den Augen des Besuchervolkes an der todbringenden Krankheit. Medicus, Priester, Mönche und Nonnen führen weitere Erkrankte mit Feuer, Rauch und Kräuterdüften vom Burggelände in die Finsternis.

Wesentlich bunter und fantasievoller geht unter den Zeichen der Anderswelt zu. Feen, Kobolde, mystische Wesen und Elementargeister zeigen sich in der Walpurgisnacht den Menschen. Sie erobern das Gelände und lassen die Besucher in der Welt der Magie und Legenden selbst zu einem Teil der Inszenierung werden.

Von Ulrich Bleuel

Mittelalterliches Treiben auf der Burg Bodenteich

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