Mediclin-Seepark-Klinik schafft wohnliche Atmosphäre für Patienten im geplanten Neubau

Mehr Burnouts und Depressionen

Ein Blick aus der Vogelperspektive: Das graue Gebäude ist die bestehende Seepark-Klinik, die beiden roten Gebäude stehen für den neuen Trakt der Psychosomatik. Grafik: Jensen 

Bad Bodenteich. Der Allee-Charakter vor dem Gebäude der Bad Bodenteicher Mediclin-Seepark-Klinik bleibt in seiner Beständigkeit erhalten – und führt sogar durch das Gebäude durch.

Mit Begeisterung betrachtet Ulrich Fernim, Kaufmännischer Direktor der Mediclin-Seepark-Klinik in Bad Bodenteich, den Plan des neuen Gebäudes. Ein Neubau, in dem 60 neue Betten unterkommen sollen. 16,5 Millionen Euro lässt sich die Mediclin den Neubau kosten. Er entsteht neben dem aktuellen Gebäude und tatsächlich, die Allee führt durch den Haupteingang und setzt sich durch einen Gang auch im Gebäude weiter fort.

„Die Anzahl der Behandlungsfälle in der Psychosomatik sind gestiegen“, erläutert Fernim. Er führt diese Tatsache auf die längeren Arbeitszeiten und den gestiegenen Druck der Arbeitnehmer zurück. Die Diagnosen Burnout und Depressionen werden immer häufiger gestellt. „Die meisten Patienten kommen aus dem Bankwesen oder sind Lehrer“, sagt Fernim. Im Durchschnitt bleiben sie sechs Wochen, manche aber auch länger. Deshalb sollen die Zimmer möglichst geräumig gestaltet werden.

„Wir wollen eine wohnliche Atmosphäre für die Patienten bieten“, sagt Fernim mit Blick auf den Plan. Auch der Mutter-Kind-Bereich wird erweitert. Der Neubau ist auch ein Grund zur Freude bei den politischen Gremien der Gemeinde Bad Bodenteich.

Bürgermeister Edgar Staßar freut sich über die 50 neuen Arbeitsplätze und wünscht sich, dass möglichst viele Mitarbeiter ihren Erstwohnsitz in den Flecken oder Umgebung verlagern. „Wir bieten Wohnkultur für junge Familien“, wirbt Staßar für Bad Bodenteich.

Das Highlight des Neubaus soll der große Hörsaal werden, der sich über zwei Stockwerke erstreckt. Dort plant Fernim Seminare am Wochenende für Bad Bodenteicher Einwohner und Touristen. Dabei will er eng mit der Kurverwaltung sowie Hotels und anderen Unterkünften zusammenarbeiten. Auch im aktuellen Gebäude der Seepark-Klinik tut sich etwas: Im Herbst wird die Fassade des zehn Jahre alten Baus saniert.

„Ein Drittel noch in diesem Jahr, der Rest im nächsten Jahr“, erklärt Ulrich Fernim. Sein Büro im Erdgeschoss verschwindet und wird für die Erweiterung des Speiseraums genutzt.

„Die Verwaltung und die Ärzteunterkünfte kommen im neuen Gebäude unter“, schildert Fernim die weiteren Pläne. Und was den Ärztemangel auf dem Land betrifft, kann die Seepark-Klinik sich nicht beklagen. „Bei uns beginnen demnächst drei neue Ärzte, zwei von ihnen sind werdene Väter“, sagt Fernim. Sie werden aus Hamburg nach Bad Bodenteich ziehen.

Bürgermeister Staßar führt diese Tatsache auf die „gute Infrastruktur für junge Familien“ zurück.

Von Jörn Nolting

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