Kiloschwerer Korken im Kanal

Massen von Feuchttüchern verstopfen Abwasserrohr in Bad Bodenteich

So sieht der riesige schwarze Klumpen aus, der den Abwasserkanal in der Industriestraße in Bad Bodenteich verstopft hat. Es handelt sich um die Reste von Feuchttüchern – eine Menge von rund drei Schubkarren.
+
So sieht der riesige schwarze Klumpen aus, der den Abwasserkanal in der Industriestraße in Bad Bodenteich verstopft hat. Es handelt sich um die Reste von Feuchttüchern – eine Menge von rund drei Schubkarren.

Bad Bodenteich – Es sieht aus wie ein riesiger Klumpen Teer. Doch was Mitarbeiter der Celle-Uelzen Netz GmbH (CUN) kürzlich aus dem Abwasserkanal der Industriestraße in Bad Bodenteich geholt haben, war etwas ganz anderes.

Anwohner haben offenbar jahrelang Feuchttücher in ihren Toiletten heruntergespült. Weil sich die robusten Tücher nicht richtig zersetzt haben, wurde der Kanal verstopft. In mühevoller Arbeit hat die CUN, die technischer Dienstleiter für die Samtgemeinde Aue ist, das Abwasserrohr jetzt wieder freibekommen. Doch der Ärger ist noch immer groß.

„Drei Schubkaren voll sind nicht untertrieben“, sagt Nils Schön, Teamleiter bei der CUN, mit Blick auf den Berg verklebter Tücher, der aus dem Kanal geholt wurde. Die starken Wurzeleinwüchse hätten die Behebung der Ursache nicht leichter gemacht.

Betroffen war ein Leitungsstrang mit 15 Zentimetern Durchmesser, der weit in den Außenbereich führt. „Dadurch neigt diese Leitung schneller zu Ablagerungen“, erklärt Alexander Kahlert, Leiter des Abwasserbetriebes der Samtgemeinde. Die Feuchttücher hätten den Abfluss wie ein Korken blockiert. Dadurch habe die Toilettenspülung in den Häusern nicht ablaufen können.

Zwei Mal musste die CUN den Kanal im Tiefbau öffnen, vier Mal kam der Spülwagen zum Einsatz, der das Rohr mit Hochdruck reinigte. Dann endlich war die massive Verstopfung beseitigt. Zum Schluss wurde der mehrere Kilo schwere Tücherklumpen aus den vorgelagerten Schächten abgesaugt.

Fast eine Woche haben die Arbeiten gedauert. „Die Störungsbeseitigung hat rund 20 000 Euro gekostet“, schildert Schön. Das sei ein Viertel des Jahresbudgets der Samtgemeinde für Verstopfungsschäden in den Kanälen. Weil die Verursacher nicht zu ermitteln sind, kann die CUN den Schaden gegenüber den angeschlossenen Haushalten nicht geltend machen. „Die Kosten zahlt die Allgemeinheit“, sagt Kahlert. „Wenn das häufiger passiert, könnte sich das auf die Höhe der Abwassergebühr auswirken.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare