Gemeinderechnungstag: Vorwürfe zu Entscheidungen zu Grundschule, Feuerwehr und Freibädern

Lüderaner fühlen sich benachteiligt

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Bei dem brisanten Thema Grundschule Lüder hätten sich die Einwohner der Gemeinde eine stärkere Positionierung der Samtgemeindepolitik gewünscht.

Lüder. Nicht nur eitel Sonnenschein gab es beim Gemeinderechnungstag in Lüder am Wochenende.

Bürgermeister Jürgen Schulze und einige Bürger kritisierten während der Fragestunde die Schließung der Grundschule Lüder zum kommenden Schuljahr, fühlten sich gegenüber dem nördlichen Bereich der Samtgemeinde Aue benachteiligt. Dafür nannten sie auch weitere Beispiele: die vermeintlich unterschiedlichen Ausgaben im Feuerwehrsektor, bei den Freibädern oder auch den Personalkosten.

Nun mag man die zwölf Enthaltungen des Samtgemeinderates bei der brisanten Entscheidung über den Fortbestand Lüders als Schulstandort als meinungslos betrachten – alle anderen Vorwürfe aber entkräftete der persönlich angesprochene Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke in einem sachlichen Vortrag: Bei den Personaleinsparungen innerhalb der Verwaltung habe man die im Zukunftsvertrag vorgesehen Hausaufgaben gemacht. die Kosten der 13 Feuerwehren der ehemaligen Samtgemeinde Wrestedt wären in etwa gleich den sechs Wehren der damaligen Samtgemeinde Bodenteich. Der Brandschutzbedarfsplan werde für weitere „Gerechtigkeit“ sorgen. Beim Bad Bodenteicher Waldbad würde nach der letzten Beitragserhöhung 2008 überlegt, wie bei den Eintritten ein Ausgleich zwischen Vielnutzern und gelegentlichen Badefreudigen erreicht werden könnte.

Mehreinnahmen durch die Gewerbesteuer werden wohl für das vergangene Jahr zu einem Plus im Ergebnishaushalt führen. „Wir hoffen natürlich, dass es so weiter geht“, bilanzierte Gemeindedirektor Alexander Kahlert das vorläufige Haushaltsergebnis. Mit dieser Steuer aber könne man schlecht planen. Dennoch: „Aus einer schwarzen Null müssen bis 2021 auch Überschüsse werden“, sagt Alexander Kahlert.

Aber es gab auch Positives zu thematisieren: Im Dorf der tausend Eichen fällt viel Laub an. Darum gibt es in Lüder alljährlich einen Tag des Laubes, an dem Bürger im Einsatz sind, um die Pracht des Herbstes beiseite zu schaffen. Schulze dankte den Helfern. In Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Schützengilde wurde zudem das Schützenhaus mit einem barrierefreien Eingang versehen und die Zuwegung zur Behindertentoilette gepflastert. Zu den Gesamtkosten von 15 200 Euro steuerte die Gilde durch Eigenleistungen einen Wert von 9 200 Euro bei. In Reinstorf wurde das Dach des Schießstandgebäudes mit 6000 Euro von der Gemeinde bezuschusst. Auch dort gab es Eigenleistungen der Bürger, die auch zu erwarten sind bei der anstehenden Sanierung der Dächer des Hauses der Dorfgemeinschaft und des Feuerwehrgebäudes. Dafür sollen 85 000 Euro in den neuen Haushalt gestellt werden.

Von Ulrich Bleuel

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