Dobslaw hält Objekt für geeignet

Grundschule Bodenteich lehnt Umzug in Oberschul-Gebäude ab

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Es ist idyllisch gelegen, doch ist es für die Befürfnisse der Grundschule Bad Bodenteich auch geeignet? Das leerstehende Oberschul-Gebäude am Leinenberg.

Bad Bodenteich. Ist das seit dem Sommer 2016 leerstehende Oberschul-Gebäude am Leinenberg in Bad Bodenteich ein geeignetes Domizil, in das die örtliche Grundschule umziehen könnte? Um diese Frage ging es jetzt bei einer Ortsbesichtigung in der kreiseigenen Immobilie.

Daran nahmen Vertreter von Politik, Verwaltung und Schule teil. Das Fazit nach diesem Rundgang fällt sehr gemischt aus.

Andreas Dobslaw

Wie berichtet, schlägt die SPD/Grünen-Minderheitsgruppe im Samtgemeinderat Aue den Umzug der Grundschule an den Leinenberg – als Alternative zu einem Neubau oder einer Sanierung des bestehenden Grundschulgebäudes – vor. Der Leinenberg „liegt im Grünen, direkt am Seepark und fernab der Hauptverkehrsader“, sagt der stellvertretende Gruppensprecher Andreas Dobslaw. Außerdem sei der bauliche Zustand in Ordnung. Sollte die Samtgemeinde das Objekt vom Landkreis kaufen, könnte dort auch das BGS-Museum erhalten bleiben, betont Dobslaw.

Max Lemm

Jetzt müsse geprüft werden, wie hoch die Kosten für die energetische Sanierung, den Brandschutz und den Umbau der Räume am Leinenberg sind und ob es in dem aus den 1970er-Jahren stammenden Gebäude Altlasten wie Asbest gibt. Selbst wenn der Kauf und der Umbau 2,5 Millionen Euro kosten würden, wäre das immer noch deutlich günstiger als ein Neubau der Grundschule, der mindestens fünf Millionen Euro verschlingen würde, meint Dobslaw.

Einem Verkauf der Immobilie wäre der Landkreis übrigens nicht abgeneigt. Man stehe „grundsätzlich jedem Kaufinteresse an dem Gebäude erst einmal grundsätzlich positiv gegenüber – insbesondere einem möglichen Kaufinteresse der Samtgemeinde Aue als Mitglied der kommunalen Familie“, erklärt Kreissprecher Martin Theine. Über den Kaufpreis und die Vertragskonditionen müsse natürlich verhandelt werden. Bis zum Sommer, so Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke, soll die politische Entscheidung über die Zukunft der Bodenteicher Grundschule fallen.

Auch Max Lemm, Vorsitzender der CDU/WGA/FDP-Ratsgruppe, betont: „Das Gebäude am Leinenberg ist top in Schuss.“ Der Sanierungsaufwand wäre daher überschaubar. Allerdings sei das Gebäude sehr groß, die Flure seien schlecht einsehbar. Nun gelte es, die finanziellen Argumente und die pädagogische Bewertung des Standortes durch die Grundschule abzuwägen.

Deren Leiterin Ursula Karfeld betrachtet einen Umzug in die einstige Oberschule jedoch äußerst kritisch. Diese Einschätzung habe sich nach der Ortsbesichtigung „ganz erheblich verfestigt“. Karfelds Hauptargument ist der Sicherheitsaspekt. „Die Schüler müssten mehrmals am Tag die viel befahrene Landesstraße überqueren, um vom Leinenberg zu unserer Schul-Turnhalle zu gelangen. Wir halten das für sehr bedenklich“, sagt sie. Zudem sei der Schulhof am Leinenberg zu klein und es gebe in dem Gebäude riesige, ungemütliche Treppenflure. Ihr Fazit: „Wenn man schon eine Schule umbauen will, sollte man das lieber mit unserem bestehenden Grundschulgebäude machen.“

Von Bernd Schossadowski

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