„Namenbier“ in Langenbrügge: Neuer Mittelpunkt des Dorfes / Fehlbetrag in der Kasse

Letzte große Investition

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Rund 146 000 Euro hat die Umwandlung des Langenbrügger Feuerwehrgerätehauses in ein Haus der Dorfgemeinschaft gekostet. Die Maßnahme wurde mit 90 000 Euro bezuschusst.

Langenbrügge. In früheren Jahren trafen sich Bauern und Grundstückseigner zur Jahreswende, um Jagd- und Pachtgelder auszuzahlen, auch neu festzusetzen oder Rechnungen zu begleichen, um Rückblick zu halten und einen Ausblick zu wagen.

In der Regel ging es bei diesen Rechnungstagen mit Getränken und Essen recht zünftig zu. In Langenbrügge kam hinzu, dass sich Neubürger mit einer Flasche Korn und einer Runde Bier in die Gemeinschaft einzupflegen hatten. Das Ganze nannte sich dann „Namenbier“.

Seit der niedersächsischen Gemeindereform im Jahre 1972 sind die Kommunen nunmehr ihrerseits verpflichtet, auf Rechnungstagen den Bürgern Informationen über gemeindliche Angelegenheiten und Finanzen Rechenschaft abzulegen. In Langenbrügge tat dies am Freitag Bürgermeister Jürgen Schulze (CDU), der auf Eckdaten der Gemeinde Lüder einging und die in diesem Jahr durchgeführten Maßnahmen vorstellte.

Das Feuerwehrgerätehaus in Langenbrügge wurde nach langen Anläufen im Sommer zu einem Haus der Dorfgemeinschaft umgewandelt. Mit einem Gebäudeanbau am Gerätehaus, mit einer Terrasse, mit einem Buswartehäuschen, einer Spielplatzerweiterung, mit Anpflanzungen und einer Oberflächenentwässerung stellt dieses Ensemble nun den Mittelpunkt des Dorfes dar. Rund 146 000 Euro hat das Ganze gekostet, wobei im Rahmen öffentlicher Dorferneuerungsmaßnahmen Zuwendungen in Höhe von etwa 90 000 Euro flossen.

Für das 331 Einwohner zählende Langenbrügge dürften dies auf Jahre hinaus die letzten größeren Investitionen gewesen sein, denn im Haushalt der Gemeinde Lüder sieht es nicht allzu rosig aus. Gemeindedirektor Alexander Kahlert ließ die voraussichtlichen Zahlen für das fast abgelaufene Haushaltsjahr 2013 für sich sprechen.

Im Ergebnishaushalt war für 2013 ein Plus von etwa 24 000 Euro vorgesehen. Das wird die Gemeinde nicht erreichen. Durch eine Verschlechterung der finanziellen Rahmenbedingungen wird es keinen Ausgleich geben. Die unkalkulierbare Entwicklung der Gewerbesteuer reißt ein Loch in die Gemeindekasse. Statt der geplanten 350 000 Euro fließen voraussichtlich lediglich knapp 243 000 Euro in den Gemeindesäckel. Es muss daher insgesamt mit einem Fehlbetrag von rund 134 000 Euro gerechnet werden.

Und die Gemeinde Lüder hat noch mehr zu wuppen: Kreis-, Samtgemeinde- und Gewerbesteuerumlage verschlingen mit zusammen rund 870 000 Euro nahezu 75 Prozent der Erträge. Eine Besserung in den folgenden Jahren erscheint kaum möglich, so Kahlert, zumal auch Kreis und Samtgemeinde an den Vorgaben des Zukunftsvertrages gebunden seien.

Auf die Konsolidierungsziele des Zukunftsvertrages und die bisher umgesetzten Maßnahmen ging Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke ein und stufte das Erreichen des Vertragszieles, die schwarze Null bis 2016, derzeit als wenig wahrscheinlich ein.

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