Bad Bodenteich: Kauf-Interessent hat sich noch immer nicht geäußert / Aufschub bis Mitte März

Letzte Frist für Schützenhaus-Deal

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Die Tür zum Veranstaltungssaal im Bad Bodenteicher Schützenhaus steht weit offen. Doch seit 2013 ist das sanierungsbedürftige Gebäude geschlossen.

Bad Bodenteich. Die Hängepartie um den Verkauf des ehemaligen Schützenhauses in Bad Bodenteich geht weiter. Der Geschäftsführer der noch zu gründenden GmbH, die die Immobilie erwerben wollte, hat die ihm gesetzte Frist für eine schriftliche Stellungnahme ignoriert.

Das berichtet Gemeindedirektor Hendrik Kunitz auf AZ-Anfrage. Innerhalb von 14 Tagen sollte sich der Geschäftsführer, ein Arzt aus Hannover, äußern, ob die GmbH das Gebäude nun kauft oder nicht. So hatte es der Fleckenrat beschlossen. Doch bis zum Ablauf dieser Frist sei bei der Fleckenverwaltung kein entsprechendes Schreiben eingegangen, sagt Kunitz.

Wie berichtet, haben beide Seiten den Kaufvertrag für das einstige Schützenhaus vor Kurzem unterschrieben. Zudem hat der Flecken bereits eine Anzahlung über 10 000 Euro erhalten. Der Kontrakt wird allerdings erst wirksam, wenn die GmbH ins Handelsregister eingetragen ist. Das ist bislang nicht geschehen.

Die Theke und die Stühle im Schützensaal sind noch erhalten, doch das Gebäude darf nicht betreten werden, weil es mit Schimmelpilzen belastet ist.

Dennoch hatte Kunitz zwischenzeitlich Kontakt zu dem Geschäftsführer. „Er hat mich am 20. Februar angerufen und erklärt, dass das Projekt aus seiner Sicht wohl nicht weiter fortgeführt wird“, teilt Kunitz mit. Doch diese Aussage reiche nicht aus. Der Mann müsse sich schriftlich äußern. Die Gründe, die er am Telefon für seine angedeutete Absage genannt habe, seien „nicht so ganz plausibel“ gewesen, erklärt der Gemeindirektor.

Unterdessen hat der Verwaltungsausschuss (VA) des Fleckens beschlossen, dem Hannoveraner eine letzte Frist von 14 Tagen – voraussichtlich bis Mitte März – für eine schriftliche Stellungnahme zu gewähren. „Wenn keine Rückmeldung erfolgt, sieht der Flecken Bad Bodenteich das Projekt endgültig als gescheitert an und betrachtet die angezahlten 10 000 Euro als Spende“, fasst Kunitz den VA-Beschluss zusammen. Er gibt zu: „Ich bin etwas enttäuscht von der ganzen Sache.“

Jörg Formella, Vorsitzender der CDU-Mehrheitsfraktion im Bodenteicher Rat, ruft derweil dazu auf, noch ein wenig Geduld mit dem Hannoveraner zu haben. „Wir haben ihm in unserem ersten Schreiben nicht endgültig gesagt, dass wir das Buch zumachen. Jetzt müssen wir ihm noch die Chance geben, dass er sich der Konsequenzen bewusst wird“, meint er. Mehr will Formella dazu aber nicht sagen.

Wesentlich deutlichere Worte findet Dr. Horst-Michael Hintze, Sprecher der SPD/WGA/Grünen-Ratsgruppe. „Ich bin empört. Solches Geschäftsgebaren finde ich unmöglich“, kritisiert er den Hannoveraner. „Wir sitzen einem Partner gegenüber, der Fristen nicht einhält, uns an der Nase herumführt und Bad Bodenteich schadet.“ Die Gutgläubigkeit einiger Ratsmitglieder sei enttäuscht worden. Daher hat seine Gruppe jetzt Akteneinsicht in den Vorgang beantragt. „Über die neuen Erkenntnisse werden wir dann in unserer Gruppe beraten“, sagt Hintze.

Von Bernd Schossadowski

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