Flecken vergibt Fläche kostenlos

Leben für die Bodenteicher Heide: Schäfer soll mit seiner Herde kommen

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Heidschnucken sollen in der Bodenteicher Heide – wie hier in der Ellerndorfer Heide – grasen. Der Eimker Schäfer Gerd Jahnke will die Fläche beweiden.

Bad Bodenteich – Die Heide ist da. Und einen Schafstall gibt es auch. Aber es fehlt bislang das Leben in der Bodenteicher Heide. Heidschnucken sucht der Gast nämlich vergeblich. Das soll sich jetzt ändern.

Der Eimker Schäfer Gerd Jahnke soll die Fläche über den Sommer beweiden. Das teilt der stellvertretende Gemeindedirektor Kai Schüttenberg auf AZ-Nachfrage mit.

„Wir können froh sein, wenn die Heidschnucken da sind“, sagt Schüttenberg. Ein entsprechender Pachtvertrag soll mit dem Schäfer abgeschlossen werden. Auf Pachtzahlungen für das etwa zehn Hektar große Gelände werde der Flecken verzichten, informiert der stellvertretende Gemeindedirektor.

Vor Jahren hatten die Schafe der Glockenbergschäferei bereits einmal als Staffage der Bodenteicher Heide gedient. Doch damals sei die Kooperation auf ein Jahr begrenzt gewesen, erzählt Schäfer Jahnke. Er will für einige Wochen mit 200 bis 300 Muttertieren und ihren Lämmern an den Elbe-Seitenkanal ziehen. Wenn es nicht genug abgeerntete Felder gibt, müssen die Tiere gefahren werden.

Die Heidschnucken begnügen sich mit den frischen Trieben des Heidekrauts, Gräsern und jungen Bäumchen. Für den Schäfer ist das wirtschaftlich, weil er neben der Flächenprämie, die allen Landwirten zusteht, auch zusätzliches Geld aus einem EU-Umweltprogramm erhält, denn die Schafe leisten in der Heidepflege praktischen Naturschutz.

„Wir sind bereit, das zu machen“, sagt Jahnke. Allerdings brauche er eine zusätzliche Fläche des ehemaligen Bundesgrenzschutzes in Bad Bodenteich. Das Bundesvermögensamt habe dem immer noch nicht zugestimmt. „Es lohnt sich für uns nur, wenn wir beide Flächen zusammen beweiden können“, betont der Schäfer. „Nur wegen des Futters lohnt sich das nicht.“ Unter anderem brauche er eine Fläche, auf der er die Tiere über Nacht einpferchen könne. Ein bisschen Grünland muss auch dabei sein – als Ausgleich beim Futter. Bis zum 15. Mai muss er den Förderantrag gestellt haben, um seine Gelder zu erhalten.

Jahnke hat derzeit in seiner Glockenbergschäferei in Eimke 500 Mutterschafe und noch einmal 450 Lämmer, die in der Ellerndorfer Heide sowie auf Wiesenflächen grasen.

VON GERHARD STERNITZKE

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