Landwirte fühlen sich benachteiligt

Die Trasseführung der A 39 wurde im Bereich Bodenteich und Wrestedt rund 150 Meter weiter nach Osten verschoben. Foto: Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr

Bad Bodenteich/Wrestedt. Von einer Arbeitskreissitzung kann laut Tankmar Sauer, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Vereins Bodenteich, keine Rede sein. „Uns wurde am Montag lediglich der Abschnitt der A 39 vorgestellt“, sagt Sauer, der gleichzeitig auch Verbandsvorsitzender des Beregnungsverbandes Lüder ist, zur Sitzung am Montag im Bad Bodenteicher Rittersaal. Er bemängelt, dass seitens der Planer zu wenig Rücksicht auf die Landwirte genommen wurde und nennt ein Beispiel, das ihn ärgert: So war eigentlich geplant, eine Grünbrücke zu bauen, die über die A 39 und den Elbe-Seitenkanal führt. Doch jetzt verläuft die Trasse einfach 150 Meter weiter östlich und die Brücke führt lediglich über die geplante Autobahn. Dafür hat das Wild eine Ruhezone.

Für Tankmar Sauer sind es in erster Linie Kostengründe, die die Planer in ihrer Entscheidung geleitet haben. „Die Fläche geht der Landwirtschaft verloren“, beklagt sich Sauer. Insgesamt sind neun Landwirte im Bereich von Lüder, Wollerstorf und Gannerwinkel betroffen. „Fünf sind dadurch in ihrer Existenz gefährdet“, erklärt der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Vereins. Aus seiner Sicht spielen Aspekte wie der Ortolan eine größere Rolle als landwirtschaftliche Existenzen. „Der Mensch kommt immmer unter die Räder.“

Betroffen von der neuen Trassenführung sind nicht nur die Landwirte, sondern auch die Schafwedeler, denn immerhin rückt die Trasse 150 Meter näher an den Ort heran. Ein erstelltes Schallgutachten berücksichtigt jedoch nicht die Windrichtungen.

Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar (CDU) fordert deshalb für Schafwedel: „Nachbessern bei Bedarf“ in Bezug auf mögliche Lärmschutzmaßnahmen. Fraglich bleibt auch, ob in Lüder die A 39 unter – so wünschen es sich die Lüderaner – oder über Elbe-Seitenkanal und Bahnstrecke verlaufen wird.

Auch in der Samtgemeinde Wrestedt wurde über den A 39-Verlauf diskutiert, denn die Trasse ist 180 Meter näher an Lehmke gerückt. Grund dafür sind die Windkraftanlagen bei Hanstedt II. Die Gemeinde Wieren will deshalb sachbezogen bei der Straßenbaubehörde Einspruch erheben, so der Vorschlag von Alexander Kahlert, Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters.

Von populistischen Aktionen wie beispielsweise in Hohnstorf rät Kahlert allerdigs ab: „Noch haben wir alle Rechte, die uns als Bürger zustehen.“

Von Jörn Nolting

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