Keine Chance für Tempo-30-Zone

L 270 in Bad Bodenteich ist wieder frei – doch Land lehnt Verkehrsberuhigung ab

Eine gefährliche Kurve: Der Bad Bodenteicher Claus-Dieter Reese beäugt den Verkehr auf der L 270 vor dem Braunschweiger Hof. Wegen der vielen Lastwagen wünscht sich Reese dort eine Tempo-30-Zone.
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Eine gefährliche Kurve: Der Bad Bodenteicher Claus-Dieter Reese beäugt den Verkehr auf der L 270 vor dem Braunschweiger Hof. Wegen der vielen Lastwagen wünscht sich Reese dort eine Tempo-30-Zone.

Bad Bodenteich – Auf die schweren Lastwagen muss Claus-Dieter Reese nicht lange warten. Der ehemalige Samtgemeindebürgermeister steht gestern neben der Ortsdurchfahrt von Bad Bodenteich und schüttelt mit dem Kopf.

Mehrmals in der Minute brausen Lkws über die frisch ausgebaute Landesstraße 270, die nach fünfmonatiger Bauzeit jetzt für den Verkehr wieder freigegeben worden ist.

Vor allem in der engen Kurve vor dem Hotel „Braunschweiger Hof“ sowie an der Abzweigung zum Kindergarten und zur Burg geht es mitunter gefährlich zu. Deshalb setzt sich Reese dafür ein, auf Teilen der Ortsdurchfahrt eine Tempo-30-Zone einzuführen.

„Hier muss etwas passieren“, fordert er. Vor allem den Lkw-Begegnungsverkehr sieht er kritisch: „Viele ältere Mitbürger haben Angst, mit dem Fahrrad durch den Ortskern zu fahren.“ Eigentlich ist Reese dafür, aus Gründen der Verkehrssicherheit wieder einen Fahrradstreifen auf der L 270 aufzutragen, wie er vor dem Straßenausbau existierte. Doch wegen der nicht ausreichenden Fahrbahnbreite im Kurvenbereich ist die gestrichelte Markierung dort nicht mehr möglich (AZ berichtete).

Lediglich in zwei kurzen Abschnitten – vom Ortseingang aus Richtung Overstedt bis hinter der Tankstelle sowie in entgegengesetzter Richtung zwischen der Abzweigung nach Abbendorf und der ehemaligen Gynäkologie-Praxis – hat die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr wieder Fahrradstreifen markiert.

Auch das letzte Teilstück der Ortsdurchfahrt, hier aus Richtung Langenbrügge, ist jetzt wieder befahrbar.

Alternativ schlägt Reese nun vor, in einem Teilstück zwischen der Einfahrt zum Netto-Markt und der Postfiliale Tempo 30 einzuführen. Direkt dahinter würde sich die bereits existierende 30er-Zone vor der Grundschule anschließen. Das würde für mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer sorgen, ist Reese überzeugt.

„Durch den Ausbau der Fahrbahn, den wir uns alle lange gewünscht haben, wird der Verkehr durch den Ort flüssiger, also schneller“, schreibt Reese in seinem Brief an die Landesstraßenbaubehörde. Hinzu kommt, dass die neue Fahrbahn der L 270 keine Gosse aus hellem Stein mehr hat, sondern der dunkle Asphalt bis an den Bordstein heranreicht. „Dadurch sieht die Straße breiter aus, und es wird zügiger gefahren“, erklärt Reese.

Jedoch sieht Dirk Möller, Leiter des Geschäftsbereichs Lüneburg der Landesstraßenbaubehörde, keine Chancen für eine 30er-Zone. „So etwas kann nur angeordnet werden, wenn es eine besondere Gefahrenlage laut Straßenverkehrsordnung gibt“, erläutert er auf AZ-Anfrage. Diese bestehe in der Kurvenlage in Bad Bodenteich aber nicht, wie Tempomessungen seiner Behörde im Februar ergeben hätten. Die allermeisten Autos seien dort langsamer als Tempo 50 gefahren, die Lastwagen sogar langsamer als 40 km/h, berichtet Möller.

Trotz allem ist Reese mit dem Straßenausbau zufrieden. Endlich sei die Fahrbahn wieder in einem vorzeigbaren Zustand, sagt er. Außerdem freut sich Reese, dass der Zebrastreifen vor dem „Braunschweiger Hof“ um einige Meter aus der Kurvenlage in Richtung Netto-Zufahrt verlegt wurde. Das mache das Überqueren der L 270 für Fußgänger sicherer. VON BERND SCHOSSADOWSKI

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