Stephan M. Rother hat sein neues Buch veröffentlicht

Klimawandel und Kontrollverlust

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Stephan M. Rother bedient mit Teil zwei seiner „Königschroniken“ die Fans anspruchsvoller Fantasy-Literatur. 

Bad Bodenteich. Da saßen sie nun, die geneigten Leser, irgendwann im vergangenen Herbst oder Winter, an einem dunklen Leseabend, in Gedanken hoch im Norden, am Rande des Eises. Und dann war Schluss. Stammesfürst Morwa und die Seinen gingen einer ungewissen Zukunft entgegen.

„Cliffhanger“ nennt man so etwas beim Film oder auch in der Literatur – wenn es am spannendsten wird, geht das Licht an oder das Buch zu. Doch nun erlöst der Bad Bodenteicher Stephan M. Rother seine Fans: Seit Dienstag ist Band zwei seiner „Königschroniken“ zu haben.

Dass die Welt, in deren Mittelpunkt eine gewaltige Esche steht, auf einen Wendepunkt zusteuert, das bereitete Rother in Teil eins in drei parallelen Handlungssträngen vor. Teil zwei nun, „Ein Reif von Bronze“, bringt die Eskalation – in der Raunacht erfüllt sich in den nördlichen Landen ein uralter Fluch. „Es geht da wirklich zur Sache“, sagt Rother, der in seiner Fantasy-Welt aus Mythologie und Magie die Spannungsschraube anzieht – und dabei, wie schon in Teil eins, nicht mit metaphernreichen Bezügen zur Realität spart. Kriege, Klimawandel, Kontrollverlust – der 49-Jährige will sein Werk auch als Zivilisationskritik verstanden wissen: „Es wäre ja auch unlogisch, wenn das in Teil zwei anders wäre als in Teil eins.“

So lässt sich der „Fluch“ denn auch als ökologische Katastrophe lesen. Und der Kaiser, der in der Mitte des Reiches eigentlich die Fäden ziehen sollte, erweist sich als erstaunlich regungslose Figur. „Die Welt“, sagt Rother, „wird nach Teil zwei nicht mehr dieselbe sein.“ Kann der junge Pol, der nach den „vergessenen Göttern“ sucht, da noch etwas geradebiegen?

„Ein Reif von Bronze“ ist auch als E-Book erschienen, im Internet gibt es erste positive Kritiken. Auch das E-Book des ersten Teils der nun geplanten Trilogie (ursprünglich waren vier Bände vorgesehen) wird in diesem Zuge noch einmal neu vermarktet. Der Schlussakkord – und Höhepunkt – der Königschroniken soll voraussichtlich im November erscheinen.

Wer eine Kostprobe des neuen Buches haben will, kann sich am heutigen Gründonnerstag in den Live-Stream bei lovelybooks.de schalten. Dort liest Rother ab 19.30 Uhr aus seinem Roman.

Von Holger Boden

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