Bevölkerungsrückgang bereitet den Orten der neuen Großgemeinde Wrestedt Kopfzerbrechen

Kleine Schulen in Gefahr

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Von der ehemaligen Möbelfabrik in Wieren steht nur noch der Schornstein – das restliche Gebäude wurde mittlerweile komplett abgerissen.

Wieren. Für die Gemeinde Wieren kam im letzten Jahr das Aus und so war die Gemeindeversammlung wie ein Nachruf auf eine nicht mehr existierende Kommune, die gleichzeitig aber auch als eine der beiden Quellen für einen Zusammenfluss der neuen Großgemeinde Wrestedt Zukunft hat.

Bürgermeister dieser neuen Gemeinde ist Heinz-Hermann Schulze, der erstmals in Wieren die Versammlung leitete und sich über einen großen Zuspruch im Gasthaus „Alt Wieren“ freuen konnte.

Und er bewies, dass er sich in Wieren bereits gut auskennt, sprach den Kindergarten an, den er für einen der schönsten im Kreis hält, gratulierte dem TuS Wieren zum Aufstieg in die Bezirksliga, lobte die Veranstaltungen zum 90-jährigen Jubiläum des Vereins wie auch die ehrenamtliche Arbeit in allen Vereinen und Institutionen der Gemeinde.

Aufgewertet wurde der Mühlenpark in der Ortsmitte mit dem neuen Eingangstor. Schöner wird es wohl auch ein paar Meter weiter werden, wo die Ruine einer ehemaligen Möbelfabrik inzwischen abgerissen wurde und nur noch ein Schornstein steht. Ein Gefahrenpunkt für Radfahrer ist der Bahnübergang zwischen Wieren und Overstedt. Die unverantwortliche Lücke im Radweg entlang der L 270 soll nach Angaben der Bahn in naher Zukunft geschlossen werden. „Es soll sogar schnell gehen“, witzelte Schulze ein wenig.

Andere Fakten hingegen dämpfen den Optimismus. Die Geburten in den Grenzen der neuen Samtgemeinde Aue sind rückläufig und bereiten nicht nur Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke Kopfzerbrechen. In den 60er Jahren waren es durchschnittlich in den Mitgliedsgemeinden Wrestedt 140, im Flecken Bodenteich 70, in Lüder 25 und in Soltendieck 20 Geburten im Jahr. Eine kontinuierlich rückläufige Tendenz brachte im vergangenen Jahr in Wrestedt 38, in Bad Bodenteich 23, in Lüder 11 und in Soltendieck 8 Geburten. „Diese Zahlen werden irgendwann Auswirkungen auf die fünf Schulstandorte innerhalb der Samtgemeinde haben müssen“, malte Benecke ein düsteres Bild. „Schmerzliche Einschnitte werden nicht zu vermeiden sein.“ Ohne dass es konkret angesprochen wurde, kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zur Realisierung von Einsparpotentialen auch zu Überlegungen hinsichtlich der Weiterführung von kleinen Schulen kommen muss.

Von Ulrich Bleuel

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