Kostenexplosion bedroht Pläne in Wrestedt / Müssen Kinder länger im Exil bleiben?

Kita-Neubau akut in Gefahr

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In diesem Gebäude auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich werden die Wrestedter Kinder seit Kurzem betreut. Möglicherweise müssen sie dort länger als geplant bleiben.

Wrestedt/Bad Bodenteich. Die Pläne der Samtgemeinde Aue, bis zum Jahresende einen neuen Kindergarten in Modulbauweise in Wrestedt zu errichten, haben einen herben Rückschlag erlitten. Die voraussichtlichen Kosten für das Gebäude sind nämlich explodiert.

„Unsere Kostenschätzung für den Generalunternehmer beträgt 2,5 Millionen Euro. Doch das günstigste Angebot bei der Ausschreibung liegt bei 3,66 Millionen Euro“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Michael Müller.

Daher sei es fraglich, ob der nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss dem Ausschreibungsergebnis überhaupt zustimmt. Notfalls müsste der Kindergarten-Bau aufs Frühjahr 2019 verschoben werden – in der Hoffnung, dass es dann günstigere Preise gibt.

Das hätte aber zur Folge, dass die Wrestedter Kinder, die seit Anfang August auf dem früheren BGS-Gelände in Bad Bodenteich untergebracht sind (AZ berichtete), dort länger bleiben müssten. Geplant war, dass dieses Übergangsdomizil nur bis zum Jahresende genutzt wird und der Neubau auf dem Wrestedter Schulsportgelände Anfang Januar 2019 bezogen werden kann.

Die massive Kostensteigerung habe Politik und Verwaltung kalt erwischt, gibt Müller zu. „Das war nicht abzusehen.“ Auch der beauftragte Architekt habe nicht damit gerechnet. Müller vermutet, dass die kurze Zeit, in der der Neubau fertig werden müsste, aber auch die vollen Auftragsbücher der Modulbauhersteller zu der Kostenexplosion geführt haben. Ohnehin haben nur zwei Firmen Angebote für den Kindergarten abgegeben. „Das teurere lag bei 4,4 Millionen Euro“, berichtet Müller.

Wie geht es nun weiter? Theoretisch könnten die Kinder bis zum 31. Juli 2019 in ihrem Gebäude auf dem ehemaligen BGS-Gelände bleiben. Das hätten ihm die Landesaufnahmestelle und das niedersächsische Innenministerium zugesagt, so Müller.

Diese Lösung favorisiert offenbar die CDU/WGA/FDP-Mehrheitsgruppe in der Samtgemeinde, während die SPD/Grünen/Dr. Hintze-Gruppe für einen raschen Neubau trotz Kostensteigerung ist. Die Entscheidung soll am Montag, 20. August, im nichtöffentlichen Samtgemeindeausschuss fallen. Müller macht aus seiner Haltung kein Geheimnis: „Ich werde für die Auftragsvergabe für 3,66 Millionen Euro stimmen. Das ist man den Eltern und Kindern schuldig."

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Von Bernd Schossadowski

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