Neue Regelung in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf / Positive Erfahrung in Aue

Katzen müssen kastriert werden

+
Als Besitzer einer wilden Katze gelten vermeintliche Tierfreunde, die freilebende Tiere regelmäßig füttern. Sie können deshalb auch verpflichtet werden, die Kosten der Kastration zu tragen.

Bad Bodenteich/Bad Bevensen/Ebstorf. Wer in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf wohnt und sich eine Katze zulegt, der muss ab diesem Jahr das Tier kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen lassen.

„Wir haben die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht in die Verordnung zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung aufgenommen“, schildert Thomas Fisahn, Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters und ehemaliger Ordnungsamtsleiter.

Die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht geht übrigens auf Forderungen des Tierschutzvereins Uelzen zurück, der sich seit über drei Jahren dafür stark macht.

Eine der ersten Samtgemeinden, die diese Forderung umgesetzt hat, war die Samtgemeinde Aue. Seit 2012 besteht dort die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht. „Wir haben dadurch eine Handhabe gegen Leute, die sich nicht um ihre Katzen kümmern“, sagt Gerhard Schweitzer vom Ordnungsamt der Samtgemeinde Aue und kommt schnell auf das Beispiel Seepark. Dort vermehrten sich frei lebende Katzen sehr massiv. Sogar so massiv, dass die Gemeinde Bad Bodenteich die Tiere einfangen und auf eigene Kosten kastrieren ließ. „Dadurch hat sich der Bestand reguliert“, sagt Schweitzer. Hinzu kommt, dass Einwohner des Fleckens das Füttern der wild lebenden Tiere eingestellt haben. Ein Punkt, der sich übrigens auch in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf wiederfindet. In deren Verordnung heißt es, dass die Person, die einer freilaufenden Katze regelmäßig Futter zur Verfügung stellt, als Katzenhalter gilt. „Es gab potenziell das Problem, dass vermeintliche Tierfreunde Katzen angefüttert haben“, schildert Fisahn. Zwar nicht in dem Ausmaß wie in Bad Bodenteich, aber eben auffällig.

Im Gegensatz zu Hunden müssen Katzen nicht im Rathaus der Samtgemeinde angemeldet werden. Schließlich wird für Hunde eine Steuer erhoben – für Katzen nicht. Also gibt es seitens der Verwaltungen keinen Überblick, wie viele Katzen in der jeweiligen Samtgemeinde leben. Eine Datenbank der registrierten Katzen gibt es hingegen bei den behandelnen Tierärzten oder dem Verein Tasso. Kastriert werden muss eine Katze ab dem fünften Lebensmonat.

„Die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht ist eine vorsorgliche gesetzliche Regelung“, betont Schweitzer, um zu verhindern, dass sich die Samtpfoten unkontrolliert vermehren. Ausgeschlossen sind übrigens Katzenhalter, die eine Rassekatze besitzen oder deren Tiere nicht ins Freie gelangen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare