Unbekannter erwirbt ehemaliges Bundesgrenzschutz-Gelände in Bodenteich

Kaserne für 830 000 Euro

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Die Versteigerung fand in einem Berliner Hotel statt.

Bad Bodenteich/Berlin. Am Ende eines heißen Bieterwettstreits in einem Berliner Hotel steht fest: Die ehemalige Bundesgrenzschutz-Kaserne in Bad Bodenteich hat ab Februar 2015 einen neuen Eigentümer.

Der unbekannte Käufer, der nach eigener Aussage aus dem Landkreis Uelzen stammt, erwirbt das Gelände mit Mannschaftsunterkünften, Sporthalle und Bunker für 830 000 Euro. Offen bleibt, welche Pläne der Mann für die knapp 242 000 Quadratmeter große Immobilie mit gut 29 000 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche hat.

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„Wir werden seitens der Gemeinde alles in unserer Macht Stehende tun, um den neuen Eigentümer bei der Planung seines Projektes zu unterstützen“, betont Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar, der die Versteigerung am Freitag in Berlin verfolgte. Der Flecken hatte erklärt, dass er keine Umwandlung in eine Asylbewerberunterkunft wünscht. Eine Kasernierung von Flüchtlingen sollte vermieden werden, erklärte Staßar.

Nicht zum Zuge kam Eva Danneberg, Geschäftsführerin des Bodenteicher Unternehmens Werkhaus. Bei 825 000 Euro stieg die Geschäftsfrau aus. Sie hatte bereits bei dem Besichtigungstermin Interesse an Lagermöglichkeiten in dem Objekt bekundet, das direkt an den Betrieb in der Industriestraße angrenzt.

Als Mindestgebot verlangte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) 495 000 Euro. Vor Beginn der Auktion im Abba-Hotel Berlin lag ein schriftliches Angebot über 500 000 Euro vor. Die ehemalige BGS-Kaserne befindet sich laut Prospekt in einem gepflegten Zustand. Dorf wurden unter anderem Polizisten bei Castor-Einsätzen untergebracht. Ein Teil der Anlage gilt als Altlastenverdachtsfläche. Auch Munitionsreste könnten noch im Boden schlummern.

Am 25. September war die BGS-Kaserne bereits für 900 000 Euro von einem Telefonbieter aus Düsseldorf ersteigert worden. Der Kauf war jedoch anschließend geplatzt.

Von Gerhard Sternitzke

Die AZ war bei der Versteigerung in Berlin dabei.  Sie finden dazu am Dienstag im E-Paper und in der gedruckten AZ einen weiteren Artikel.

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